Mi, 19. September 2018

Tumult in Thessaloniki

21.05.2018 11:02

Erste Festnahme nach Angriff auf Bürgermeister

Nach dem Angriff von Rechtsextremisten auf den Bürgermeister der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki hat die Polizei vier Tatverdächtige festgenommen. Einer habe die Tat bereits gestanden, teilte die Polizei am Montag mit. Der 75-jährige Bürgermeister war am Vortag verbal und tätlich angegriffen und leicht verletzt worden.

„Was ich erlebt habe, war ein Albtraum“, sagte Giannis Boutaris griechischen Medien am Sonntag. Gesundheitlich gehe es ihm aber gut. Boutaris, der als einer der progressivsten Bürgermeister Griechenlands gilt, hatte an einem Gedenktag für Griechen teilgenommen, die Anfang vergangenen Jahrhunderts im Schwarzmeerraum von osmanischen Milizionären getötet oder vertrieben worden waren. An diesen Feiern nehmen traditionell neben Vertriebenenvereinen auch Rechtsextremisten teil.

Das Fernsehen zeigte, wie diese anfingen, Boutaris zu beschimpfen. Jemand stellte ihm ein Bein; Flaschen und andere Gegenstände wurden in seine Richtung geschleudert. Der Bürgermeister fiel zu Boden, konnte aber mit Hilfe eines Polizisten und zweier seiner Begleiter fliehen, bevor Schlimmeres passierte.

Regierungschef: „Täter werden gefunden und zur Rechenschaft gezogen“
Die Regierung und alle griechischen Parteien mit Ausnahme der rechtsextremistischen „Goldenen Morgenröte“ verurteilten die Attacke. „Die Angreifer waren rechtsextremistische Schläger“, erklärte das Büro des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras. Die Polizei werde sie finden und die Justiz sie zur Rechenschaft ziehen.

Boutaris setzt sich für eine Entspannung mit der Türkei sowie die Rechte von Homosexuellen und Minderheiten ein. Er hebt immer wieder den multikulturellen Charakter seiner Stadt hervor, in der im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Juden, Griechen und Türken zusammenlebten. Aus diesem Grund besuchen Tausende Nachfahren dieser Menschen die Stadt.

 krone.at
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