Sa, 18. August 2018

Kleine große Wunder

20.05.2018 20:30

30.000 Imker betreuen bei uns 450.000 Bienenstöcke

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai offiziell als „Weltbienentag“ ausgerufen. Österreichweit kümmern sich die Imker aber 365 Tage im Jahr um das ganz besondere Insekt.

Bienen sind ein Wunder der Evolution - und für Mensch und Tier unentbehrlich. Sie sind die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen, denn fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von ihr bestäubt! Die restlichen 20% übernehmen Hummeln, Fliegen, Wildbienenarten, Schmetterlinge und andere Insekten. Längst überfällig also, dass die Vereinten Nationen Ende letzten Jahres endlich einen Weltbienentag festgelegt und ihn für den 20. Mai für die EU, USA, Kanada, China, Russland, Indien, Brasilien und Australien ausgerufen haben.

Nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier
Jedes Jahr soll dieser Tag weltweit dazu genutzt werden, um der Bevölkerung die Bedeutung der Bienen und anderer Bestäuber ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Aktionen zum Schutz der Insekten durchzuführen. Denn die Honigbiene ist heute nicht nur nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier für unser Ökosystem, sie ist ein kleines großes Wunder! So fliegt jede Sammelbiene eines Volkes oft bis zu 40-mal pro Tag aus. Dabei besucht sie bis zu 100 Blüten pro Ausflug - das sind an einem Tag rund 4000 Blütenbesuche. Ein starkes Bienenvolk mit 10.000 Sammlerinnen bringt es damit auf 40 Millionen Landungen auf einer Blüte pro Tag.

Unverzichtbare Helfer sind dabei die österreichweit 30.000 Imker, die 450.000 Bienenstöcke betreuen. Neben den Giften ist die größte Bedrohung der Bienen die Varroamilbe, vor der nur der Imker die kleinen Wunder beschützen kann. Wie können wir helfen? Mit dem Kauf heimischen Honigs, dem Verzicht auf Gifte und mit blühenden Flächen!

„Wir setzen auf gute Ausbildung“
Der Niederösterreicher Johann Gruscher (72) ist Präsident des österreichischen Imkerbundes sowie rühriger Obmann des Vereins „Biene Österreich“.

„Krone“: Europaweit wurde jetzt der 20. Mai als Tag der Biene ausgerufen. In Österreich gab es bisher aber schon so etwas Ähnliches.
Johann Gruscher: Das stimmt! Österreichweit wird der 27. Mai von den Imkern schon seit langer Zeit zum Anlass genommen, den Menschen ihre Arbeit näher zu bringen. Jetzt haben wir noch einen Bienen-Feiertag!

Sie öffnen am 27. Mai dabei die Bienenstöcke.
Die Bevölkerung soll das Wunder Biene begreifen und erkennen, wie wichtig es ist, heimischen Honig zu kaufen. Denn nur wer österreichischen Honig kauft, garantiert damit die Bestäubung.

Bienengift und das Sterben der Bienen sind in aller Munde. Was tut der Imkerbund dafür, die Biene bestmöglich zu versorgen?
Wir setzen stark auf Aufklärung der Menschen, das Miteinander von Bauern und Imkern und die bestmögliche Ausbildung der Imker. Dazu haben wir etwa 200 Wanderlehrer, die ihr Wissen an die Imker weitergeben sowie die Imkerfacharbeiter und -meisterausbildungen. Persönlich freut mich, dass alle landwirtschaftlichen Schulen das Fach Bienenkunde wieder in den Lehrplan aufgenommen haben. Ich selbst habe 188 Bienenstöcke und schätze besonders die Ausgeglichenheit, die von Bienen ausgeht.

Termine: Tag des offenen Bienenstocks
Wien: Sonntag, 27. Mai, Georg Kaipl, Junkgasse 25, 1220 Wien
Vorarlberg: Sonntag, 27. Mai, Mario Setz, Schulgasse 56a, Schnifis, ab 14 Uhr
Tirol: Sonntag, 27. Mai, Tiroler Bienenalm, Sandra und Dieter Christen, Krückl 3, Thiersee, 10 bis 17 Uhr
Salzburg: Sonntag, 1. Juli, Paul Haslauer, Schloß Goldenstein, 5061 Elsbethen
Steiermark: Sonntag, 27. Mai, Imkerei Lueger, Gussendorfegg 42, 8522 Groß St. Florian
Kärnten: Sonntag, 27. Mai, Lesachtaler Bienenlehrpfad, Othmar Oberluggauer, 9655 Maria Luggau 72
Niederösterreich: Sonntag, 27. Mai, ab 10 Uhr Bienenhof Kolm, Mühlfeldgasse 3, Pöggstall
Oberösterreich: Sonntag, 27. Mai, Imkerverein Feldkirch/Goldwörth, Bernhard Zauner, Gemeindepark Goldwörth
Burgenland: Samstag, 2. Juni, ab 14.00 Uhr, Rudolf Schekulin, Obere Hauptstraße 48, Neuberg

Wiener Imker will über Crowdfunding Bienen retten
Das weltweite Bienensterben ist spätestens seit dem Dokumentarfilm „More Than Honey“ des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gerückt und wird seither intensiv diskutiert. Der Wiener Matthias Pichler (40) will nun mit einem Crowdfunding-Projekt möglichst viele Interessenten zu „virtuellen Imkern“ machen. Die Idee dahinter: Wer in sein Familienunternehmen investiert, bekommt naturnahen Bio-Honig direkt vom Erzeuger und hilft gleichzeitig bei der Vermehrung der Bienenvölker.

Sabine Kronberger, Kronen Zeitung/krone.at

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