Mo, 18. Juni 2018

Nicht „gestört“

18.05.2018 12:27

Messerangriffe: Jafar S. ist zurechnungsfähig

Jener 23 Jahre alte Mann aus Afghanistan, der am 7. März mit einer schrecklichen Bluttat schockte, als er abends zunächst eine dreiköpfige Familie mit einem Messer schwerst verletzte und danach auch noch auf einen Bekannten einstach, war zum Tatzeitpunkt voll zurechnungsfähig. Das ergab ein psychiatrisches Gutachten des Sachverständigen Peter Hoffmann. So sei „eine psychische Störung im Sinn einer geistigen und seelischen Abartigkeit höheren Grades nicht gegeben“ gewesen.

Die Messerattacken Anfang März hatten ganz Österreich geschockt: Der 23-jährige Asylwerber Jafar S. war in der Wiener Praterstraße zunächst auf eine Familie losgegangen, die gerade ein Lokal verlassen hatte, stach mehrfach auf die Opfer ein und verletzte sie schwer. Danach lief er weiter und traf am Praterstern auf einen Bekannten, den er für seine Drogensucht verantwortlich machte. Auch auf ihn stach der Angreifer ein und fügte ihm Verletzungen zu. Wenig später konnte die Polizei den Messerangreifer festnehmen.

Messerattacken erst aus „Aggression“, dann aufgrund von Stimmen
Hatte er zunächst noch gegenüber der Polizei erklärt, die blutigen Taten „aus Aggression“ begangen zu haben - er sei einfach in einer „schlechten, aggressiven Stimmung“ gewesen -, machte er später rund um sein Motiv wirre Angaben, sprach vom Teufel und inneren Stimmen, die ihn verfolgen würden. Ende März wurde er mit Verdacht auf paranoide Schizophrenie vorübergehend ins Wiener Otto-Wagner-Spital verlegt, wo er mehrere Selbstmordversuche unternahm.

Nun allerdings steht fest: Laut fachärztlicher Meinung liegt bei dem mutmaßlichen Messerangreifer „keinerlei Anhaltspunkt auf schwerwiegende psychische Erkrankungen vor“. Vielmehr habe der Beschuldigte „über einen völlig geordneten Gedankengang verfügt“, heißt es in dem Gutachten. Damit liegt auch kein Schuldausschließungsgrund vor.

Anklage wegen vierfachen versuchten Mordes
Den 23-Jährigen erwartet aus diesem Grund wohl bald eine Anklage wegen vierfachen versuchten Mordes. Sein Verteidiger hat allerdings angkündigt, die psychische Verfassung seines Mandanten weiter zu hinterfragen - „weil ich schon den Eindruck gehabt habe als wäre er nicht bei Sinnen“.

 krone.at
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