Mi, 22. August 2018

Schockstarre nach Mord

14.05.2018 06:00

„Können nur hoffen, dass Polizei den Täter findet“

Schock, Wut und unendliche Trauer nach dem Mord an einer erst siebenjährigen Volksschülerin aus Wien-Döbling. Das Mädchen wurde - wie berichtet - am Samstagvormittag tot in einer Mülltonne entdeckt, vom Täter fehlt noch jede Spur. Ein Lokalaugenschein am Muttertag im Dittes-Hof.

Es ist Tag eins nach der unfassbaren Tragödie um die kleine Hadishat. Der Spielplatz, auf dem sich das lebhafte Mädchen nur allzu oft mit ihren Geschwistern und Freundinnen aus dem Bau aufgehalten hatte, ist verwaist. Wo sonst - oft auch sehr lautes - Kinderlachen zu hören war, herrscht am Sonntag Totenstille. Trotz Sonnenschein. Es ist ein gespenstischer Muttertag im Dittes-Hof.

Vor der Stiege von Familie M. hat sich ein Dutzend Familienmitglieder versammelt, Brüder, Onkel, Cousins. Sie trauern und wachen vor der Wohnung, in die sich die geschockte Mutter und ihre verbliebenen sechs Kinder zurückgezogen haben.

Mehrere Teams ausländischer TV-Stationen suchen Kontakt mit den Bewohnern und machen Interviews. Die Tragödie rund um das Mädchen sorgt über die Grenzen hinweg für Schlagzeilen - und tiefste Erschütterung.

Onkel: „Haben stundenlang die Anlage durchsucht“
Der Onkel des Opfers - er will anonym bleiben - versucht, seine Wut und Trauer zu unterdrücken: „Wir haben stundenlang die Anlage und die Umgebung abgesucht. Wir können jetzt nur hoffen, dass die Polizei den Täter findet und er für lange Zeit ins Gefängnis kommt“, so der Unternehmer zu „Krone“. Wie berichtet, wurde die Leiche in einer Mülltonne entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war die Suchaktion nach Hadishat im vollen Gang.

Bruder passte auf Siebenjährige auf
Sie wurde am Freitagabend als vermisst gemeldet und befand sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens in der Obhut ihres älteren Bruders (17). Die Mutter - sie stammt aus Tschetschenien - hatte wichtige Termine zu erledigen. Die Frau muss ihre Kinder alleine aufziehen, da der Vater derzeit in Italien eine Haftstrafe verbüßt. Nachbarn beschreiben sie als sehr fürsorglich.

Der Fundort der Leiche liegt einen Innenhof weiter. Hier entzündet ein Nachbar gemeinsam mit seiner Freundin eine Kerze. Kinder haben Stofftiere abgelegt, Blumen säumen den Weg. Eine Gruppe von Ermittlern schwärmt zu Zeugenbefragungen aus, doch die Jagd nach dem Monster aus dem Gemeindebau steht erst am Anfang.

Oliver Papacek und Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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