Mo, 15. Oktober 2018

„Polit-Provokation“

09.05.2018 18:31

Serbien verweigert Sportlern aus Kosovo Einreise

Karate-Kämpfern aus dem Kosovo ist vor der Europameisterschaft in Novi Sad die Einreise nach Serbien verweigert worden. Nach Angaben des serbischen Regierungsbüros hätten die Sportler die staatlichen Symbole des Kosovo getragen und durften darum nicht einreisen. Diese Symbole würden von Belgrad nicht anerkannt. Serbiens Ministerpräsidentin Ana Brnabic sprach von einer „politischen Provokation“ des Kosovo. 

Die kosovarischen Sportler hätten versucht, den Karate-Wettkampf, der am Donnerstag startet, in eine „politische Arena“ zu verwandeln, hieß es in einer Aussendung des serbischen Regierungsbüros. Auch hätten die Veranstalter zuvor mitgeteilt, dass die Sportler aus dem Kosovo „ausschließlich statusneutral“ teilnehmen dürften. Dies würde bedeuten, dass sie keine staatlichen Symbole tragen dürfen. Zudem hätten die kosovarischen Karatekämpfer ihre Reise bei den Belgrader Behörden nicht fristgemäß angemeldet. Anstatt dies bis Freitagnachmittag zu tun, hätten sie Belgrad darüber erst am Montagnachmittag informiert. Es würde sich daher um die Verletzung einer - im Rahmen des Normalisierungsdialogs zwischen Belgrad und Pristina erzielten - Vereinbarung über offizielle Besuche handeln.

Kosovo: „Beispiellos, unakzeptabel und schrecklich“
Aus dem Kosovo kam scharfe Kritik. Regierungschef Ramush Haradinaj nannte das serbische Vorgehen „beispiellos, inaktzeptabel und schrecklich“. Der Europäische Karate-Verband EKF teilte mit, dass „52 der 53 nationalen Verbände“ für die Wettkämpfe bestätigt wurden. Man sei darum bemüht, dass alle Athleten teilnehmen können. Auf die Situation rund um die kosovarischen Kämpfer ging der Verband nicht konkret ein.

Im März hatten die serbischen Behörden kurzfristig die Handball-WM-Qualifikation der Frauen zwischen Serbien und dem Kosovo, die in der Nähe von Belgrad stattfinden sollte, abgesagt. Der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic hatte die Entscheidung mit möglichen gewaltsamen Auseinandersetzungen begründet. Dabei sollte das Spiel eigentlich ohne Publikum und ohne staatliche Symbole stattfinden.

 krone.at
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