Di, 16. Oktober 2018

Absolut nicht lustig

08.05.2018 12:19

Bewaffnetes „IS-Kommando“ stürmt Shoppingcenter

Todesangst und einen Riesenschreck haben am Montag Besucher eines Einkaufszentrums im Iran erlitten. Grund dafür waren mehrere Schauspieler, die für Filmaufnahmen als bewaffnete IS-Kämpfer auf Pferden durch die Gänge eines Shoppingcenters in der Hauptstadt Teheran ritten und dabei „Allahu Akbar“ schrien. In den sozialen Medien sorgte die Aktion für heftige Kritik.

Es sind Momente, die Erinnerungen an Terroranschläge - wie etwa jene in Paris oder Brüssel - wach werden lassen, und eine Aktion, die in Österreich wohl anders geendet hätte: Hierzulande hätten die Fake-IS-Schauspieler mit ihrem Leben gespielt. Seit Jahren sind Österreichs Elitepolizisten genau für solche Fälle trainiert und perfekt vorbereitet. Vor allem in Einkaufszentren und auf größeren öffentlichen Plätzen sind Patrouillen unserer Spezialeinheit gang und gäbe.

Menschen waren schockiert
Doch auch in Teheran wurde die Aktion als wenig lustig empfunden: Ein Video, das einer der Besucher später veröffentlichte, zeigt einen Elternteil, der die IS-Schauspieler anschreit und fragt: „Was ist, wenn eine Frau oder ein Kind von deiner freakigen Show hier schockiert sind? Wer ist verantwortlich für solch einen dummen Umzug? Wer zur Hölle hat dir gesagt, dass du dich so verkleiden sollst?“

Regisseur entschuldigt sich
Der Regisseur des Films, Ebrahim Hatamikia, meinte nach der „IS-Show“, er sei sich nicht darüber bewusst gewesen, dass die IS-Schauspieler den Menschen Angst einjagen und „Allahu Akbar“-schreiend durch das Einkaufszentrum laufen würden. Er habe gedacht, dass sie friedlich vor dem Eingang der Mall stehen und dort Menschen Fotos mit ihnen machen würden. „Ich bitte all jene, die die Show beängstigt hat, aufrichtig um Entschuldigung“, meinte er weiter.

Die Szenen in dem Einkaufszentrum wurden übrigens für „Damascus Time“ gedreht. Der Film erzählt die Geschichte eines iranischen Piloten und seines Sohnes, die von IS-Kämpfern in Syrien gefangen genommen werden.

 krone.at
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