So, 19. August 2018

Ähneln Rossby-Wellen

08.05.2018 15:24

Forscher entdecken auf der Sonne gewaltige Wirbel

Mithilfe der NASA-Sonde „Solar Dynamics Observatory“ (SDO) haben Forscher auf der Sonne riesige wirbelförmige Wellen entdeckt. Diese breiten sich entgegengesetzt zur Rotationsrichtung unseres Zentralgestirns aus und haben eine Lebensdauer von mehreren Monaten, wie ein Team unter der Leitung des deutschen Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der Georg-August-Universität Göttingen berichtet. Die Wellen ähneln jenen, die in der Atmosphäre der Erde das Wetter bestimmen.

In fast jeder Wetterkarte der nördlichen Erdhemisphäre finden sich sogenannte atmosphärische Rossby-Wellen als herausstechendes Merkmal, wie das MPS weiter erläuterte. Sie erscheinen gleichsam als Schleifen im Jetstream, der kalte Polarluft im Norden von wärmerer subtropischer Luft weiter südlich trennt. Manchmal erreichen diese Wellen die äquatorialen Regionen und können sogar das Wetter in Australien beeinflussen.

40 Jahre lang über Existenz spekuliert
Über die Existenz solcher Wellen auch auf der Sonne hatten Wissenschaftler 40 Jahre lang spekuliert, jetzt wurden die solaren Rossby-Wellen erstmals eindeutig identifiziert und charakterisiert. Gefunden haben die Forscher sie bei der Auswertung eines Datensatz eines Instrumentes namens Heliospheric and Magnetic Imager (HMI) an Bord von SDO. „Die HMI-Aufnahmen haben eine ausreichend hohe räumliche Auflösung, um die Bewegung der Granulen auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne verfolgen zu können“, erläuterte der MPS-Wissenschaftler Björn Löptien.

Bei den Granulen handelt es sich um vergleichsweise kleine Konvektionszellen, die auf der Sonnenoberfläche etwa 1500 Kilometer groß sind. „Insgesamt finden wir auf der Sonne große wirbelförmige Wellen, die sich entgegen der Rotation bewegen. Dass diese Wellen nur in den äquatorialen Regionen zu sehen sind, ist völlig unerwartet“, betonte Gizon.

Sonde kreist seit acht Jahren im All
Von seinem Logenplatz im Weltall beobachtet das „Solar Dynamics Observatory“ ständig unsere Sonne. Die am 11. Februar 2010 vom Weltraumzentrum Cape Canaveral in Florida aus ins All gestartete Sonde kreist in 34.600 Kilometern Höhe auf einer sogenannten geosynchronen Umlaufbahn. Das SDO beobachtet kontinuierlich die Sonne und sammelt pro Tag rund ein Terabyte an Informationen, die es zu Bodenstationen auf der Erde funkt.

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