Neue Studie enthüllt:

Tourismus verursacht 8% des Treibhausgas-Ausstoßes

Wissenschaft
08.05.2018 08:33

Kaum ein Wirtschaftszweig wächst so schnell wie der Tourismus. Damit einher geht aber auch eine Steigerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, der einer neuen Studie zufolge größer als bis dato angenommen. Ein australisches Forscherteam, das sich mit dieser Frage beschäftigt hat, beziffert ihn gar auf rund acht Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen.

Frühere Untersuchungen erbrachten nach Angaben der Forscher geringere Werte. So sei eine Studie von 2010 auf einen Treibhausgasausstoß mit der Klimawirkung von 1,12 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2-Äquivalente) für den globalen Tourismus gekommen. Dies habe damals etwa drei Prozent der weltweiten Emissionen ausgemacht. „Diese Analysen decken jedoch nicht die dem Tourismus zu Grunde liegenden Lieferketten ab und stellen daher keine echten CO2-Fußabdrücke dar“, schrieben die Wissenschaftler um Arunima Malik von der University of Sydney, die für ihre Studie mehr als nur die Auswirkungen von Transportmitteln und Hotels in ihre Analyse einbezogen. Für sie zählen auch die klimaschädlichen Auswirkungen von Speisen und Getränken sowie Einzelhandelsangeboten zu den Folgen des internationalen Tourismus.

(Bild: APA/dpa)

Die Forscher stützten sich auf umfassende Daten zum Tourismus in 189 Ländern, unter anderem von der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO). Diese Daten brachten sie in eine eigene Datenbank ein, um den CO2-Fußabdruck nach der Herkunft von Touristen aufschlüsseln zu können. In einem weltweiten Ranking der Treibhausgasverursacher kamen die Touristen aus Deutschland hinter denen aus den USA und China auf Platz 3. Allein die deutschen Reisenden verursachten demnach 329 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, so die Wissenschaftler.

Treibhausgas-Ausstoß steigt weiter
 
Allein von 2009 bis 2013 sei der Treibhausgasausstoß durch den Tourismus von 3,9 auf 4,5 Milliarden CO2-Äquivalente gestiegen, was einer jährlichen Steigerungsrate von 3,3 Prozent entspreche, schreiben die Wissenschaftler. Mit wachsendem Wohlstand erhöhe sich der Ausstoß von Treibhausgasen durch touristische Reisen sogar überproportional: Bei einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 40.000 Dollar pro Kopf führe ein Anstieg des Wohlstands um zehn Prozent zu einem Anstieg des CO2-Fußabdrucks durch Reisen um bis zu 13 Prozent, so die Forscher.

(Bild: thinkstockphotos.de)

Unter optimistischen Annahmen könne der Anstieg der Treibhausgas-Emissionen durch Touristen bis 2025 auf fünf Milliarden Tonnen begrenzt werden, prognostizieren die Forscher. Sollte sich am gegenwärtigen Trend allerdings nichts ändern, werde der tourismusbedingte klimaschädliche Ausstoß in sieben Jahren 6,5 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente betragen. Denn für die vergangenen Jahre gilt: „Die Nachfrage der Verbraucher nach Reisen ist viel schneller gewachsen als der Konsum anderer Produkte und Dienstleistungen.“

Analyse der wahren Kosten des Tourismus
 
„Unsere Analyse ist ein erster weltweiter Blick, auf die wahren Kosten des Tourismus - inklusive aller Konsumprodukte wie Essen außer Haus und Souvenirs“, sagte Malik. Die Forscher fordern, generell weniger zu fliegen und mehr Ausgleichsmaßnahmen für den CO2-Ausstoß zu bezahlen.

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