Fr, 20. Juli 2018

Kanzler als Vorbild

04.05.2018 07:05

EU-Kindergeld: Applaus aus Deutschland für Reform

Bundeskanzler Sebastian Kurz musste für seine Pläne, das Kindergeld für im EU-Ausland lebende Kinder an die Lebenserhaltungskosten in deren Heimat anzupassen, viel Kritik einstecken. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban nannte den Vorstoß sogar „hinterlistig“. Ein anderes Nachbarland verfolgt die Entwicklung in dieser Causa dagegen mit großem Interesse: Im deutschen Bundesland Bayern wurde nun eine Bundesratsinitiative dazu beschlossen - als Beispiel dient der österreichische Vorstoß. Auch Deutschland könnte mit einer Indexierung der Kinderbeihilfe Hunderte Millionen Euro einsparen.

Die Pläne der österreichischen Regierung, die Kinderbeihilfe zu indexieren, werden derzeit von der EU überprüft. In Brüssel wird eine Unvereinbarkeit mit dem EU-Recht geortet, im schlimmsten Fall droht uns ein Vertragsverletzungsverfahren. Kurz twitterte, mit der Kürzung des Kindergeldes werde man 100 Millionen Euro sparen.

Auch wenn noch nicht abgeklärt ist, ob dieser Vorstoß von Kurz rechtskonform ist, dient er bereits als Vorbild für ähnliche Initiativen. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder empfindet es als ungerecht, dass im EU-Ausland lebende Kinder genauso viel finanzielle Unterstützung wie jene in Deutschland bekommen. Die Unterstützungsleistung sollte „immer nach dem jeweiligen Lebensstandard in dem Wohnsitzland angepasst werden“, wird er von der „Bild“ zitiert. Das Kabinett in Bayern stimmte am Donnerstag für eine entsprechende Bundesinitiative.

Deutsche Kinderbeihilfe ins EU-Ausland in nur sieben Jahren verzehnfacht
Kurz freute die Unterstützung aus Bayern und sah sich in seinem Kurs bestätigt. Im Nachbarland könnten so ebenfalls Hunderte Millionen Euro eingespart werden. Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 343 Millionen Euro an Kinderbeihilfe ins Ausland überwiesen. Im Jahr 2010 waren es nur 35 Millionen Euro gewesen.

Gehalt von EU-Beamten an Lebenshaltungskosten in der Heimat angepasst
Deutsche Medien finden es „kurios“, dass die EU mit ihrer Prüfung der Kindergeld-Kürzung offenbar mit zweierlei Maß misst: Denn auch bei EU-Beamten findet eine Gehaltsanpassung statt, je nachdem, in welchem Land sie leben. In Bulgarien bekomme man deshalb nur 51,7 Prozent und in Rumänien nur 56,6 Prozent des vollen EU-Gehalts, berichtet die „Bild“.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ende nach 23 Jahren
Paukenschlag! Müller-Wohlfahrt nicht mehr DFB-Arzt
Fußball International
„Es war ein Gemetzel“
Messer-Anschlag auf deutsche Bus-Passagiere
Welt
Nach WM in Russland
Brych-Assistent übt scharfe Kritik an Serbien
Fußball International
Champions League
UEFA: Lange Sperre für Roma-Präsident Pallotta
Fußball International
Großzügige Geste
Ronaldo hinterlässt gigantisches Trinkgeld
Fußball International
Keeper Alisson ist da!
Klopp crasht Interview mit Liverpools Rekordmann
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.