Der für den Fall zuständige Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher hat am Wochenende erklärt, es bestehe der Verdacht, dass der Freund des Entführers Wolfgang Priklopil unter Umständen an dem Verbrechen beteiligt gewesen sei. Gegen Ernst H. (im Bild bei einer Pressekonferenz Ende August 2006 nach Kampuschs Auftauchen) seien Ermittlungen wegen Freiheitsentziehung eingeleitet worden.
H. - wie Wolfgang Priklopil ein Ingenieur - ist jener Mann, der den Kampusch-Entführer unmittelbar nach der Flucht des Mädchens am 23. August 2006 ein letztes Mal traf. Danach stürzte sich Kidnapper Priklopil vor einen Zug und wurde getötet. "Es haben sich Verdachtsmomente ergeben. Und aus der besonderen Nahebeziehung von H. zu Priklopil sind noch Fragen offen, die nicht zufriedenstellend geklärt sind", so Mühlbacher.
Zeugen wollen Beweise gegen H. haben
Im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch wurde außerdem ein Ersuchen an die deutsche Staatsanwaltschaft gestellt, bei zwei Zeugen Beweismittel sicherzustellen. Die beiden Männer hatten bisher immer wieder Rückzieher gegenüber den österreichischen Behörden gemacht. Mithilfe der deutschen Kollegen wurde offenbar Druck ausgeübt. "Die Zeugen schildern jetzt, dass sie auch Beweise haben, die Ernst H. betreffen", so Mühlbacher zur "Krone".
In den kommenden Tagen sollen die deutschen Akten eintreffen. Bis Jahresende will die Staatsanwaltschaft über eine Anklageerhebung entscheiden. An eine U-Haft denke man derzeit noch nicht.











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