Di, 19. Juni 2018

Attacke

03.05.2018 08:00

Der Wolf-DNA-Test soll Gewissheit bringen

Dieser Vorfall machte die Runde: Innerhalb von 48 Stunden wurden acht Schafe im Pongau übel zugerichtet aufgefunden. Ein DNA-Test soll nun Gewissheit bringen, ob ein Hund oder gar ein Wolf die Tiere riss. Die Ergebnisse sollen in zwei Wochen vorliegen. Menschen im Pongau sind durch den Wolf nicht gefährdet.

Es war kein guter Morgen für die Bauern Christian Kronreif aus Pfarrwerfen sowie Hubert Stock aus dem nahen Tenneck: Wie berichtet fanden die beiden Landwirte in unmittelbarer Nähe zu ihren Höfen am Sonntag und am Feiertag ihre teils zerfetzten Schafe. Fünf der Tiere wurden tot aufgefunden, drei mussten wegen ihrer Verletzungen geschlachtet werden.

Zwar halten es Experten für wahrscheinlich, dass ein Wolf dafür verantwortlich ist, ganz sicher ist man sicher aber nicht. Und deshalb soll ein Labor-Test Klarheit schaffen: „Wir haben Proben für eine DNA-Analyse eingeschickt, die Proben werden in zwei Wochen vorliegen, dann wissen wir Bescheid“, berichtet die Wolfbeauftragte des Landes, Gundi Habenicht.

Nach der Schaf-Attacke bestehe für Menschen in Tenneck und Pfarrwerfen keine Gefahr: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein Wolf in die Nähe von Menschen begibt, um zu jagen. Wachsam muss man nur sein, wenn Menschen die Wölfe anfüttern“, sagt Gundi Habenicht.

Landesjägermeister Max Mayr Melnhof sieht das aber nicht so gelassen: „Vorsätzlich gehen Wölfe nicht auf Menschen los, wenn sie aber in eine Ausnahmesituation kommen, kann das jedoch passieren. Ich würde meine Kinder dort nicht alleine im Wald spazieren gehen lassen.“

Der erste Wolf-Vorfall auf den Salzburger Weiden ist es nicht: Bereits in den Jahren 2014, 2015 und 2016 gingen Wölfe auf andere Nutztiere los. Ob der Wolf wieder bejagt werden sollte, sei eine politische Entscheidung, sagt Mayr Melnhof und fügt hinzu: „Grundsätzlich leben wir vom Tourismus sowie der Landwirtschaft und müssen uns das erhalten“,

Um das Zusammenleben von Wolf und Schafbauern zu vereinfachen, gäbe es verschiedene Möglichkeiten, sagt Habenicht: „Es wäre beispielsweise eine Möglichkeit, Herdenschutzmaßnahmen zu treffen, um die Tiere zu schützen. Dafür könnten gute Zäunungen in flacheren Gebieten und Behirtung in den Berggebieten mit Nachtzäunen durchaus schon ausreichen.“

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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