"Krone": Die Basis hat Ja zur Reform des Hauses Graz gesagt: schlankere Chefetage der Graz AG, Beseitigung von Zweigleisigkeiten. Fühlen Sie sich nun gestärkt?
Lisa Rücker: Ja. Meine Partei kostet oft viel Kraft, aber die interne Kritik ist wichtig für mich, um an der Spitze nicht einsam zu werden und am Boden zu bleiben.
"Krone": Was passiert mit den Revoluzzern, die Sie und die Reform kippen wollten?
Rücker: Wenn manche so ein massives Problem haben, dann müssen sie sich etwas für sich überlegen...
"Krone": Grüne bringen sich oft selbst in Schwierigkeiten, haben den Ruf einer Chaostruppe...
Rücker: Unser Problem ist der Hang zum Unglücklichsein. Wir können aber stolz sein, weil uns viel gelungen ist. Wo wären wir ökologisch ohne Grüne? Auch in Graz bewegen wir sehr viel.
"Krone": Kritiker meinen, dass das Problem der Grünen deren Arroganz sei.
Rücker: Es ist wahr, dass wir manchmal überheblich daherkommen und vorgeben, alles besser zu wissen. Daran müssen wir arbeiten.
"Krone": Bei wichtigen Entscheidungen sind Sie von ihren grünen Mitgliedern abhängig. Ist das für eine Regierungspartei zeitgemäß?
Rücker: Es geht um die Rückkoppelung, um die grünen Grundsätze. Aber wir müssen entscheidungsfreudiger werden und Kritik trotzdem zulassen.
"Krone": Wie soll das gehen?
Rücker: Das weiß ich noch nicht genau. Wir müssen uns weiterentwickeln.
"Krone": Zurück zur Reform. Wie viel Einsparungspotenzial hat sie jetzt wirklich?
Rücker: Wir erhoffen uns jährlich acht Millionen Euro ab 2012/13. Weil Graz wächst und damit auch die Anforderungen an die Stadt, werden wir in den nächsten Jahren auch mehr Personal brauchen. Das kostet mehr Geld. Auch die Gehaltskosten usw. steigen. Uns geht es vor allem darum, dass wir Arbeitsplätze im Magistrat und in der Graz AG für die Zukunft sichern.
"Krone": Kritiker werfen Ihnen vor, dass Sie mit der Umwandlung der Graz AG in eine GmbH zu viel politischen Einfluss ausüben könnten.
Rücker: Wer zahlt, schafft an, Punktum. Die Graz AG gehört dem Steuerzahler, die gewählten Volksvertreter müssen entscheiden, wohin es mit den GVB usw. gehen soll. Dazu gehört auch die Gebührenhoheit.
"Krone": Werden Gebühren für die Grazer (Müll, Wasser usw.) durch die Reform sinken?
Rücker: Das kann ich seriös einfach nicht versprechen.
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