Bloggerin der Woche

„Ich blogge, weil ich kein guter Rapper bin!“

Leonie-Rachel (28) zählt zu den Blogger-Urgesteinen der Stadt. Wer ihre Beiträge verfolgt, weiß, dass sie keine typischen Lifestylethemen bearbeitet, ihr Blog hat Herz und Seele und ihren Fans gefällt‘s. Was Leonie ausmacht und wie ihre Zukunftspläne aussehen? City4U bat sie zum Interview:

#1. Wann und warum hast du zu bloggen begonnen?

2005 - mit 15 Jahren. Ich war eher eine Außenseiterin in der Schulzeit und habe immer schon gerne geschrieben bzw. fotografiert. Beides konnte ich auf meinem ersten Blog ausleben und so habe ich auch immer mehr Leute kennen gelernt, die gleiche Hobbies wie ich hatten.

#2. Welchen Service kann ein Blogger seinen Lesern bieten, den andere Medien nicht bieten können?

Ich kann individueller auf die Interessen meiner Community eingehen. Meine Leserinnen sind in meinem Alter, stehen vor ähnlichen Problemen und Hürden im Leben und ich denke, diesen sehr persönlichen Zugang kann kaum ein anderes Medium bieten.

#3. Was war dein größter Fehler in Bezug auf das Bloggen und was hast du daraus gelernt?

Mein größter Fehler war, dass ich einige Zeit dachte, ich muss Mainstream sein, um Leute anzusprechen. Für mich hat sich dann aber relativ schnell heraus kristallisiert, dass mein etwas anderer Zugang zu Themen, das ist, was meinen Blog und mich ausmacht.

#4. Erzähl uns über deinen stolzesten Blog-Moment:

Einer meiner stolzesten Momente war, als ich ein kontroversielles Topic angesprochen habe und so viel positives Feedback bekommen habe.

#5. Was frustriert dich am meisten am Bloggen?

Es ist frustrierend, wenn man hört „du musst ja nur ein Foto machen und bekommst dafür Geld“. Die Arbeit, die hinter einem Blog steht, sehen viele nicht. Klar, zeige ich auf Social Media den Teil meiner Arbeit, der Spaß macht.

Ich denke, kaum einer fände es spannend zu sehen, dass ich täglich über eine Stunde Mails schreibe oder an meiner Buchhaltung verzweifle. Es wirkt für Außenstehende oft nicht schwierig, aber alleine kontinuierlich Content zu erstellen, ist nicht immer leicht.

#6. Was möchtest du an deinem Blog im nächsten Jahr verbessern und wie bzw. was erwartest du dir in Zukunft von deinem Blog?

Ich möchte mit meinem Blog in Zukunft noch mehr persönliche Themen ansprechen, die meine LeserInnen interessieren, vielleicht auch mit anderen Medien und nicht nur mit dem Blog. Ich spiele immer mehr mit dem Gedanken, vielleicht auch im Bereich Bewegtbild etwas zu machen. 

Für mich ist es immer wieder spannend ungewöhnliche Projekte umzusetzen und das Feedback der LeserInnen wieder in Blogpost zu verarbeiten.

#7. Verdienst du bereits Geld über deinen Blog und wie genau funktioniert das?

Ich bin seit 2 Jahren selbstständig mit meinem Blog und verdiene mein Geld mit Content-Kreation. Das heißt ich schreibe über neue Produkte oder besuche Events und berichte darüber. Da ist vor allem auch der Foto-Content wichtig, weshalb ich mich in diesem Bereich weiterentwickeln will.

#8. Was waren die grundlegendsten Veränderungen in deinem Leben, seitdem du bloggst?

Da ich schon mein halbes Leben lang blogge, würde ich sagen, dass die grundlegendste Veränderung meine Selbstständigkeit war. Der Schritt dazu hat vieles für mich verändert und mich stark geprägt. Nach wie vor habe ich manchmal Sorgen, was die Zukunft bringt. Ich denke, den Gedanken kann man leicht nachvollziehen. Aber ich bin durch diesen Schritt in vielen Bereichen meines Lebens mutiger geworden. Ich habe nur ein Leben und möchte dieses so weit es möglich ist, selbst bestimmen und in vollen Zügen genießen. 

#9. Was war deine größte Errungenschaft außerhalb des Bloggens?

Ich habe Modedesign studiert und habe immer mal davon geträumt bei der Vogue zu arbeiten. Als ich die Email mit der Anfrage bekommen habe, ob ich nicht bei der Vogue Netherlands anfangen möchte, bin ich von meinem Sessel gefallen und hab mir am Schreibtisch die Ecke meines Zahns weggeschlagen. Ein unvergesslicher Moment und auch die Zeit bei der Vogue war für mich sehr prägend.

#10. Was würdest du jemanden raten, der auch einen Blog starten möchte?

Wenn man jetzt mit einem Blog starten möchte, sollte man sich darauf konzentrieren Themenleader zu werden.

Das heißt eine Nische zu finden oder einen besonderen Zugang. Wenn man zum Beispiel einen Foodblog startet, ist man einer von abertausenden, aber wenn man sich auf eine Nische konzentriert z.B.: basische Ernährung, kann man sich relativ schnell eine treue Leserschaft aufbauen und auch Firmen werden auf einen schneller aufmerksam.

Name: Leonie-Rachel Soyel

Alter: 28

Beruf / Studium (während dem Bloggen): Selbstständige Bloggerin

Blogs, denen ich folge: berriesandpassion.com, worryaboutitlater.com, tinera.at, stadtmaerchen.at, amigaprincess.com

Lieblingsort in Wien: Café Europa und seit neuestem Luster

Nächstes Reiseziel: Ich plane eine Fernreise, wohin genau weiß ich noch nicht. Davor geht es mal nach Köln und Berlin.

Vanessa Licht
Vanessa Licht

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