Fr, 17. August 2018

Ab 1. Mai

22.04.2018 06:00

Hotspot Praterstern: Jetzt kommt das Alkoholverbot

Jahrelang hat die Politik weggesehen, jahrelang konnte sich der Wiener Praterstern zu einem der schlimmsten Schandflecke Wiens verwandeln - und endlich unternimmt jemand etwas dagegen: Bald-Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Ludwig will den von Alkoholikern und Herumlungernden eingenommenen Platz wieder sicher machen. Und zwar mit einem seit Langem geforderten Alkoholverbot!

Betrunkene, längst im Delirium, liegen auf dem Boden, andere wiederum pöbeln Vorbeigehende an, schreien ihnen wütend Obszönitäten nach. Was auch Alltag ist: Prügeleien, attackierte Polizisten, sexuelle Belästigungen, Randale, Sachbeschädigungen usw.

Viele meiden den Praterstern mittlerweile, aber nicht alle können das: 150.000 Personen nutzen den Verkehrsknotenpunkt täglich. Ein Großteil von ihnen hat dabei ein mulmiges Gefühl - das geht bis zur Angst.

„In meiner Stadt müssen sich alle Frauen sicher fühlen“
Die „Krone“ fragte erst am 15. April: „Wann hört das endlich auf? Die Antwort: Ab dem 1. Mai. „Ich will die Aufenthaltsqualität der Wiener Plätze steigern, und der Praterstern ist mir da besonders wichtig“, erklärt Michael Ludwig. “Vor allem am Abend fühlen sich Frauen dort nicht so sicher. In meiner Stadt müssen sich aber alle Frauen in allen Stadtteilen auf allen Plätzen zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher fühlen.„

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Verbot:

In welcher Zone darf nicht mehr getrunken werden?
Natürlich im Bahnhof selbst und in der näheren Umgebung  bis einschließlich Venediger-Au-Park.

Wie wird das Verbot sanktioniert?
Beim ersten Mal ist eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von 70 Euro zu bezahlen, ein wiederholter Verstoß kostet bis zu 700 Euro. Die Polizei hat Erfahrung mit dieser Klientel und weiß, wann hart zu bestrafen ist und wann eine Wegweisung ausreicht.

Kommt jetzt auch ein Verkaufsverbot für Alkohol?
Nein! Sowohl Billa als auch die dortigen Würstelstände und Co. dürfen weiterhin alkoholische Getränke verkaufen. Beim Imbissstand selbst darf auch weiterhin dort Erworbenes getrunken werden, wenige Meter daneben nicht.

Gilt das Verbot für immer?
Es wird jetzt probeweise durch eine Verordnung umgesetzt - in enger Kooperation mit den Wiener Linien, den ÖBB, der Polizei und den Sozialarbeitern. Dann wird sich zeigen, ob es zu einem Verdrängungseffekt gekommen ist. Michael Ludwig erklärt: “Ich habe mit Dieter Reiter, dem Oberbürgermeister von München, gesprochen. Dort wurde das Alkoholverbot beim Hauptbahnhof umgesetzt, mit großem Erfolg." Ein Verdrängungseffekt blieb aus, auch die Szene beim Karlsplatz hat sich bekanntlich nicht direkt an einen neuen Ort verlagert.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind noch geplant?
Einerseits ist Ludwig sehr daran interessiert, dass die Polizeiinspektion Lassallestraße wieder direkt zum Praterstern wandert, um für noch mehr Präsenz zu sorgen. Und: Das Bahnhofs-WLAN wird auch auf dem Praterstern reduziert. Heißt: Nach 20 Minuten ist zukünftig Schluss. Damit soll das Gratisinternet für jene, die stundenlang dort herumlungern, abgedreht werden.

Ist das Verbot erfolgreich, kann es auf weitere Bahnhöfe ausgeweitet werden. Vor allem den Grünen dürfte diese Maßnahme gar nicht gefallen

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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