Mi, 17. Oktober 2018

Galerie Eboran:

21.04.2018 07:38

Einfühlsam & aufsässig

Der Salzburger Künstler Thomas Nowotny präsentiert seine „Kosmischen Explosionen“:

Thomas Nowotny ist kein Künstler, der eine Flucht aus idyllenhaften Szenarien anbietet, und schon gar kein Dokumentarist, der bloß das Vorhandene wiedergibt. Vielmehr lässt er Welten entstehen, die zwischen real und imaginär, echt und unecht schwanken, und so den Betrachter verwirren, weil er selbst eine Geschichte dazu (er)finden bzw. einen eigenen Kosmos entdecken muss.

„Ich habe mich in den letzten Jahren systematisch ans Licht gearbeitet und beschlossen, nichts Negatives zu dokumentieren, sondern Positives zu schaffen. Der Betrachter soll sich in einer ,spirituellen’ Welt wiederfinden, losgelöst von anerzogenen Sehgewohnheiten und Wahrnehmungen. Es gilt im ,Großen’ das ,Kleine‘ noch wahrnehmen zu können, den eigenen inneren Blick bewusst zu schärfen, um sich selbst wieder wahrnehmen zu können“, beschreibt der Salzburger, der sich von unserer gesellschaftlichen Entwicklungen, der Manipulation unserer Werte in unserer sogenannten globalisierten Welt irritiert fühlt. „Im Bewusstsein darüber in welcher zunehmend kalkulierten und chaotischen Welt wir leben, wird das einzelne Individuum zum Passagier einer Reise, die wir alle nicht gebucht haben“.

Um nicht Teil dieser Reise zu sein, versucht Nowotny beim Malprozess alle Faktoren, die unseren Geist stören und beeinflussen, auszublenden, sich in eine Art „Flow“ zu begeben, in der er nur seiner Intuition und seinem Instinkt folgt, um schließlich das Unerwartete zu finden. „Es geht mir darum, rein aus meinen Empfindungen heraus zu malen. Insofern nehme ich mich komplett aus dem Spiel und arbeite solange bis ich überrascht und irritiert bin“, verrät Nowotny, der in den letzten Jahren seinen multimedialen Arbeiten den Rücken kehrte, um sich rein der „intuitiven, ehrlichen“ Malerei zu widmen.

„Ich bin zu meinen Wurzeln zurückgekehrt, baue meine Bilder Schicht für Schicht auf, verdichte dabei Farben mit Leinöl oder Ei und arbeite mich sukzessive ans Licht.“

Sein Galerist Oskar Friedl beschreibt sein Schaffen als „kosmische Explosion“, so auch der Titel der Ausstellung in der Galerie Eboran. „Sein Pinselstrich ist ungemein kraftvoll und immer geerdet. Er ist wild und chaotisch, fließend und tanzend, immer an der Grenze von Kreieren und Zerstören. Ein ständiges Ausgesetzt -Sein und Spielen mit den Elementen, aber auch eine kontinuierliche Besinnung. Ein Baum, der seine Samen nur aufbrechen lassen kann, wenn sie dem Feuer ausgesetzt sind.“

Tina Laske
Tina Laske

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