Mi, 19. September 2018

Thema Erziehung

28.04.2018 06:30

Wenn der Kindergartenblues für Tränen sorgt

Der Spross ging schon mal mit mehr Freude in den Kindergarten? Die Tränen beim Abschied werden wieder mehr? Was dahinterstecken könnte.

Häufig kommt es nach erfolgreicher Eingewöhnung im Kindergarten nach einigen positiven Wochen scheinbar unerwartet zu einer Krise. Das Kind weint schon beim Aufstehen und will nicht in den Kindergarten. Pauschale Erklärung gibt es hierfür keine. Jedes Kind ist anders. „Manchmal liegt es daran, dass das Kind nach dem Zauber des Neuen in den ersten spannenden Wochen realisiert, dass es nun tatsächlich täglich, für einen längeren Zeitpunkt und ohne Eltern dort seine Zeit verbringen soll“, erklärt „Krone“-Eltern-Kids-Coach Nina Petz. Wie so oft ist es wichtig, die Gefühle der Kinder aufzunehmen und zu besprechen.

Mit Pädagogen reden
Es hilft, wenn Eltern zwar Verständnis zeigen, aber auch weiterhin vermitteln, dass der Kindergarten ein toller Ort ist. Fordern Sie nach so einem wichtigen Entwicklungsschritt auch lieber keine weiteren Veränderungen. Den Spross also nicht noch zusätzlich ermuntern, das Familienbett zu verlassen, allein einzuschlafen, den Schnuller wegzugeben, weil er doch jetzt „schon so ein großes Kindergartenkind ist“. Ein Gespräch mit den zuständigen Betreuungspersonen kann auch Klarheit bringen. Wie ist die Gruppensituation? Wie verhält sich das Kind tagsüber? Hat es eigentlich Freunde? Wie verläuft die Mittagsschlafsituation?

Kommentar von „Krone“-Eltern-Kids-Coach Nina Petz:

Meine Tochter (3) ist vor zwei Wochen von der Krippe in die größere Kindergartengruppe gewechselt. Ich bereue diesen Schritt sehr, denn sie will überhaupt nicht mehr hingehen.

Ihre Tochter war in der Krippe eine von den „Großen“. Dort war ihr alles vertraut, und auch ihre Rolle in der Gruppe war klar. Sie hat sich sicher gefühlt und hatte ihre fixen Bezugspersonen. In eine neue Kindergartengruppe zu starten - sogar wenn sie im selben Haus ist - ist trotzdem wie ein Neubeginn. Eingewöhnung braucht Zeit. Ihre Tochter muss erst wieder Vertrauen fassen, um eine Bindung zu den neuen Pädagogen aufzubauen.

Ermutigen Sie Ihre Tochter - ohne sie unter Druck zu setzen! Es ist viel Selbstvertrauen und Sicherheit gefragt, sich unter den neuen und vor allem älteren Kindern zu behaupten und einen Platz zu finden. Dazu kommt ein Abschiedsprozess von der „alten“ Gruppe, der ebenso Aufmerksamkeit braucht. Ich kann verstehen, dass Sie verzagt sind. Dennoch: Jetzt aufzugeben wäre zu früh! Wenn möglich, reduzieren Sie die Kindergartenzeit, so hat Ihre Tochter Gelegenheit, sich auszuruhen und die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Geben Sie Ihrer Tochter und der neuen Gruppe noch eine Chance!

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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