Sa, 20. Oktober 2018

„Mäuse sind schuld“

16.04.2018 07:45

Polizei in Argentinien vermisst 500 kg Marihuana

Nachdem in Argentinien aus einem Lager für beschlagnahmte Drogen 540 Kilogramm Marihuana verschwunden sind, haben ebendort stationierte Polizisten eine höchst ungewöhnliche Erklärung für das mysteriöse Verschwinden der Drogen aufgetischt: Mäuse sollen das Marihuana aufgefressen haben. Experten bezweifeln das aber.

Aufgefallen war das Fehlen der Drogen in einem Lager in der Stadt Pilar, rund 60 Kilometer nordwestlich der argentinischen Metropole Buenos Aires, kurz nachdem der neue Kommandant Emilio Portero dort seinen Dienst angetreten hatte. Dieser verständigt daraufhin interne Ermittler, die das Lager und die dort eingesetzten Polizisten genauer unter die Lupe nahmen.

Sie fanden heraus, dass Porteros Vorgänger - kurz bevor er seinen Posten räumte - das Lager, in dem insgesamt sechs Tonnen Marihuana lagerten, im April 2017 betreten und es, ohne sich offiziell abzumelden, wieder verlassen hatte. Drei der acht dort stationierten Polizisten - sie alle wurden inzwischen entlassen - erklärten bei Befragungen vor Gericht unisono, die fehlenden Drogen seien wohl von Mäusen vernichtet worden.

Experten widersprechen den Polizisten
Forscher der Universität von Buenos Aires sind der Behauptung nachgegangen und kamen schließlich zu dem Schluss, dass das nicht stimmen kann. „Die Experten haben erklärt, dass die Mäuse Marihuana nicht fälschlicherweise für etwas Fressbares halten würden. Und selbst wenn eine große Gruppe von Nagern das Marihuana aufgefressen hätte, dann hätte man zahlreiche Mäusekadaver in dem Lager gefunden“, wird ein Gerichtssprecher in der englischen Zeitung „The Guardian“ zitiert.  Am 4. Mai müssen die acht Polizisten ihre wenig glaubhaften Aussagen vor Gericht wiederholen, berichtet das Blatt.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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