Di, 16. Oktober 2018

„Kepler“-Nachfolger

17.04.2018 09:07

Start von Weltraumteleskop TESS verschoben

Tausende mögliche Exoplaneten hat das Weltraumteleskop „Kepler“, das seit rund neun Jahren im All kreist, entdeckt. Jetzt geht ihm langsam der Sprit aus. Doch die US-Raumfahrtbehörde NASA hat bereits einen Nachfolger parat: Das Observatorium TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) soll die Planetensuche übernehmen. Ursprünglich sollte es Dienstagfrüh MESZ ins All starten, doch der Start wurde verschoben.

Zunächst müssten zusätzliche Tests der Navigationssysteme durchgeführt werden, teilte die NASA am Montagabend mit. „TESS ist nach wie vor in bestem Zustand und steht bereit für einen jetzt für Mittwoch, den 18. April, geplanten Start", hieß es weiter. Im wissenschaftlichen Team der Mission ist auch die Österreicherin Lisa Kaltenegger.

Planetenjäger „Kepler“ geht der Sprit aus
Wenige Monate geben NASA-Experten dem Weltraumteleskop „Kepler“ (Bild unten) noch, dann ist wohl endgültig der Tank leer. Rund neun Jahre hat der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571 bis 1630) benannte Planetenjäger bereits im All verbracht, dabei Hinweise auf Tausende mögliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gefunden - und Wissenschaftler weltweit begeistert.

Damit die Suche nach Exoplaneten ohne Pause weitergehen kann, hat die NASA schon einen Nachfolger für „Kepler“ in den Startlöchern: In der Nacht auf Dienstag (geplante Startzeit 0.32 Uhr MESZ) soll TESS vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida an Bord einer „Falcon 9“-Rakete starten. Es ist das erste Mal, dass die NASA die Dienste des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX für eine wissenschaftliche Mission in Anspruch nimmt. Bisher hatte SpaceX in erster Linie mit seinem „Dragon“-Frachter im Auftrag der NASA Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.

Teleskop ist so groß wie ein Kühlschrank
Die rund 200 Millionen Dollar teure TESS-Mission ist erstmal auf etwa zwei Jahre angelegt. Das Teleskop ist ungefähr so groß wie ein Kühlschrank und hat vier Kameras. „In der ,Falcon 9‘-Rakete sieht es aus wie ein Spielzeug“, sagt NASA-Missionschef George Ricker. Nach dem Start soll es noch rund zwei Monate dauern, bis TESS in der geplanten Umlaufbahn ist und mit dem Sammeln von Daten beginnen kann.

TESS deckt größeres Gebiet als „Kepler“ ab
Wie schon „Kepler“ soll TESS dann das Licht bestimmter Sterne beobachten. Wenn es kurz nachlässt, könnte das bedeuten, dass ein Planet vorbeigezogen ist. Das neue Observatorium könnte sowohl kleine steinige Planeten als auch riesige Himmelskörper finden - und soll insgesamt ein deutlich größeres Gebiet abdecken als „Kepler“.

„TESS wird uns viel Spaß bringen“, sagte Ricker. „Es gibt 20 Millionen Sterne, die wir uns anschauen können.“ Während „Kepler“ viele sehr weit entfernte Planeten entdeckt habe, werde TESS hoffentlich auch einige bei näheren Sternen finden, möglicherweise etwa 500 erdgroße innerhalb einer Entfernung von 300 Lichtjahren. „Ich freue mich darauf, endlich Daten zu sehen.“

Ganze Flotte ist auf Suche nach Exoplaneten
Die Planetenjagd hat sich inzwischen zur Aufgabe für eine ganze Flotte entwickelt. So sind die bereits vor Jahrzehnten gestarteten NASA-Teleskope „Spitzer“ und „Hubble“ noch im Weltall unterwegs, auch wenn ihre Daten nur eingeschränkt brauchbar sind. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will ihren Satelliten CHEOPS (Bild unten), der ebenfalls nach Exoplaneten suchen soll, noch heuer auf den Weg zum Start bringen.

Start von „James Webb“-Teleskop verschoben
Nur der Star der Flotte schwächelt: Den eigentlich schon für heuer geplanten Start des „James Webb“-Teleskops (Bild unten) hat die NASA erst vor Kurzem auf „frühestens Mai 2020“ verschoben. Weitere Tests seien notwendig geworden. „James Webb“, benannt nach dem zweiten NASA-Geschäftsführer, soll 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen und unter anderem mit Hilfe eines 25 Quadratmeter großen Spiegels neue Bilder aus dem frühen Universum liefern.

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