Fr, 20. Juli 2018

Prozess vertagt

11.04.2018 17:27

Wüste Schlägerei nach Griff ins Dekollete

Ein junger Mann belästigt in einer Bar die deutlich ältere Wirtin, begrapscht sie sogar. Ein Stammgast schreitet ein und liegt kurze drauf am Boden. Diese Szene spielte sich laut Anklage Anfang August  in Zell am See ab. Beim Prozess sieht sich der mutmaßliche Gewalttäter aber als Opfer: „Ich habe nichts gemacht.“

„Ich will einfach nur, dass er einen Denkzettel bekommt und Frauen nicht mehr belästigt“, richtete die Wirtin Herrn Rat im Salzburger Landesgericht aus, nachdem sie den Vorfall aus ihrer Sicht schilderte. Der dunkelhäutige und obdachlose Somalier (25), der damals in Bad Gastein hauste, benahm sich an jenem 2. August 2017 auffallend. „Ich haben irgendwann gemerkt, dass er was von mir will. Dabei könnt ich seine Mama sein“, scherzte sie.

Anfangs habe sich ein Gast für den Asylberechtigten verbürgt und ihn auch eingeladen. Doch zu späterer Stunde sei der schlanke 25-Jährige noch lästiger geworden, da schritt eben jener Gast ein und bat den Angeklagten das Lokal zu verlassen, erzählt die Frau. Stattdessen flogen aber die Fäuste: „Der Angeklagte drehte durch und schlug auf den Gast ein“, so Staatsanwältin Barbara Fischer. Neben sexueller Belästigung warf sie dem Vorbestraften eine versuchte absichtlich schwere Körperverletzung vor. Offenbar wollte er sogar mit einem Barhocker auf den am Boden liegenden Pinzgauer eindreschen. Doch die Wirtin stellte sich rechtzeitig in den Weg: „Als ich ihm sagte, dass ich die Polizei gerufen habe, ist er weggegangen.“

Ganz anders die Version des vermeintlichen Täters, der von Verfahrenshelfer Michael Hofer verteidigt wurde: „Ich war betrunken, aber ich bin unschuldig. Er hat mich geschlagen. Ich habe nur geschubst.“ Mit dem Barhocker wollte er sich nur selbst schützen, entgegnete der Angeklagte auf entsprechendes Nachfragen von Richter Christian Hochhauser. Trotz eindringlicher Belehrung der Staatsanwältin blieb er bei seiner Erklärung und meinte sogar: „Die beiden Opfer lügen.“

Auch einen weiteren Vorfall Ende Juli 2017, wo er angeblich einen Kontrahenten mit einer vollen Bierdose attackierte, stellte der Angeklagte in Abrede. Letztlich musste der Vorsitzende die Verhandlung vertagen, da ein Zeuge nicht erschienen war. Am 25. Mai wird fortgesetzt.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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