Do, 20. September 2018

Nicht suspendiert:

12.04.2018 06:31

„Fauler“ Stadtpolizist verrichtet weiter Dienst

Jener Stadtpolizist aus Braunau, der - wie berichtet - untätig geblieben sein soll, nachdem ihn ein Bürger am 31. Jänner informiert hatte, dass die Glastür einer Bankfiliale eingeschlagen worden war, ist nicht vorläufig suspendiert - der Beamte versieht nach wie vor Dienst. Ausgeforscht sind nun zwei Tatverdächtige.

Die Auswertung der am Tatort sichergestellten Spuren führte zu zwei Verdächtigen - einer 30-Jährigen aus Braunau und einem 36-Jährigen aus Utzenaich. „Die Frau ist geständig, der Mann streitet aber alles ab“, erklärt der zuständige Ermittler im „Krone“-Gespräch.
Mit einer Weinflasche wurde die Glasfassade des Eingangsbereichs zertrümmert sowie ein Kartenleseterminal aus der Verankerung gerissen und 30 Meter entfernt auf einem Parkplatz weggeworfen. „Das Ganze deutet eher auf Vandalismus und weniger auf eine Bereicherungsabsicht hin“, so der Ermittler.

Glasfront ausgetauscht
Die Verdächtigen wurden bei der Staatsanwaltschaft Ried angezeigt. Der Schaden an der Eingangstür der Bank ist inzwischen beseitigt. „Wir haben die Glasscheiben gewechselt“, bestätigt ein Sprecher der Bank.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt - wie berichtet - aber auch wegen Amtsmissbrauchs gegen den untätig gebliebenen Stadtpolizisten. Auch ein Disziplinarverfahren ist eingeleitet worden.

Bei Gefahr im Verzug
„Wir haben alle möglichen und notwendigen Maßnahmen gesetzt“, sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher als sein Dienstgeber. Eine vorläufige Suspendierung ist gegen den Mann aber nicht verhängt worden.
„Der Beamte untersteht dem Gemeindedienstrecht“, erklärt Michael Gugler, Direktor für Inneres und Kommunales beim Land OÖ, ohne auf den konkreten Fall einzugehen. Auch wenn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sei, werde ein solches in der Regel bis zum Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ausgesetzt. Ob eine vorläufige Suspendierung ausgesprochen wird oder nicht, sei auch Ermessenssache. Gugler: „Etwa, wenn Gefahr im Verzug ist.“

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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