Mo, 15. Oktober 2018

Zehn Festnahmen

10.04.2018 18:06

Schlepperbande verlangte 7000 Euro pro Flüchtling!

Erfolgreicher Schlag gegen eine international agierende Schlepperbande: Die Männer verlangten von Flüchtlingen nicht weniger als 7000 Euro pro Person, um sie von Afghanistan, dem Irak, Pakistan oder Syrien in die EU zu bringen. Dabei scheuten sie nicht davor zurück, mehr als 100 Menschen in einen Lkw zu pferchen.

Zielländer waren vor allem Österreich und Deutschland, berichtete Vincenz Kriegs-Au vom Bundeskriminalamt (BK). Insgesamt soll die Bande mindestens 180 Migranten in die EU geschmuggelt haben, hieß es in einer Europol-Aussendung am Dienstag. Die Tour führte über Bulgarien, Rumänien und Slowenien nach Österreich. Die Erhebungen von Kriminalisten dieser vier Staaten nahmen im April des Vorjahres ihren Lauf. Damals wurde ein Transport mit 111 Migranten, unter ihnen 42 Kinder, an der rumänisch-ungarischen Grenze in Nadlac gestoppt.

Fünf Hausdurchsuchungen in Wien
Unter koordinativer und operativer Beteiligung des BK schlugen die Behörden am Montag zu. In der Steiermark wurde ein Verdächtiger festgenommen, der in der Hierarchie der Organisation an höherer Stelle anzusiedeln ist, so Kriegs-Au. Bei der Aktion unterstützte das Landeskriminalamt Steiermark das BK. In Wien kam es zu fünf Hausdurchsuchungen, es wurden Bargeld, Dokumente, Mobiltelefone und Telefonwertkarten sichergestellt.

Zehn Festnahmen
Insgesamt wurden bei dem Schlag zehn Personen festgenommen, acht von ihnen in Rumänien, wo es zu 19 Hausdurchsuchungen kam. Kopf der Gruppierung war laut Europol ein Pakistaner. Seit Juli 2016 sollen die Täter Flüchtlinge in Autos, Vans und Lkw über die Balkanroute in das Unionsgebiet gebracht haben. „Wir gehen von weit mehr als 180 Geschleppten aus, die wir bisher nachweisen konnten“, sagte Kriegs-Au. „Angesichts der skrupellosen Vorgangsweise der Bande kann man sagen, dass mit ihrer Zerschlagung Schlimmes verhindert wurde.“

Europol zufolge waren die Schlepper gut organisiert. Jedes Mitglied hatte demnach seine ganz spezifische Aufgabe: vom Finden der Flüchtlinge in Lagern und Asylzentren über die Organisation von Zwischenquartieren und dem Transport in grenznahe Regionen bis zur Rekrutierung von Fahrern und der Bereitstellung von Fahrzeugen für die eigentliche Schleppung. Der europäischen Polizeiagentur zufolge wurden heuer bereits 21 illegale Grenzübertritte gestoppt. Im Schnitt wurden dabei jeweils 17 Flüchtlinge gefunden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Deutsche Fußball-Krise
Rücktritt? Joachim Löw spricht jetzt Klartext!
Fußball International
ManCity-Star freut‘s
Kompany-Papa - vom Flüchtling zum Bürgermeister!
Fußball International
Haft- und Geldstrafen
GAK-Rowdies nach Attacke auf Sturm-Fans verurteilt
Fußball National
Prügelei mit Popstar
Schuss in Spital! Türkei-Star drohen 12 Jahre Haft
Fußball International
Er bleibt cool
Gibt Ronaldo eine Million für Verteidigung aus?
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.