Mo, 16. Juli 2018

Untätigkeit im Dienst:

11.04.2018 06:01

„Fauler“ Stadtpolizist aus Braunau gibt Rätsel auf

War es Faulheit, Ignoranz oder Unfähigkeit, die einen altgedienten Stadtpolizisten aus Braunau dazu verleitet haben soll, einen versuchten Bankeinbruch nicht zu melden? „Keine besonderen Vorkommnisse“ hatte er - wie berichtet - bei der Dienstübergabe seinen Kollegen erklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Amtsmissbrauchs, auch ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet.

Selbst Insidern gibt der Fall des Braunauer Stadtpolizisten - den am 31. Jänner im Nachtdienst ein Passant informiert hatte, dass in einer Bank nahe des Stadtplatzes die Glastür eingeschlagen und ein Kartenlesegerät herausgerissen worden sei - Rätsel auf. Denn wie Videoaufzeichnungen belegen, soll der Beamte zwar kurz am Tatort vorbeigeschaut, sonst aber nichts unternommen haben. Der Einbruchsversuch wurde erst eineinhalb Stunden später von Bankmitarbeitern angezeigt. 

Telefonat hätte genügt
„Wenn er schon selbst nichts tun will, hätte ein Anruf bei der Bundespolizei genügt, und der Fall wäre umgehend bearbeitet worden“, wundert sich ein Kenner der Beamten-Szene im „Krone“-Gespräch - siehe Daten-&-Fakten-Kasten rechts.

Schwindelei
Der Stadtpolizist soll den Vorfall nicht nur verschwiegen, sondern auch noch frech gelogen haben. Offenbar versuchte er sich mit der Behauptung zu rechtfertigen, dass er den Namen des Zeugen, der ihm die Beschädigung gemeldet hatte, telefonisch nicht verstanden hätte. Tatsächlich soll es aber gar keinen Telefonanruf gegeben haben, sondern die Meldung über die Gegensprechanlage des Wachzimmers erfolgt sein.

Auch Disziplinarverfahren
Die strafrechtlichen Ermittlungen laufen, auch ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet. Bürgermeister Johannes Waidbacher (VP) will sich als sein Dienstgeber zu dem Fall nicht äußern: „Zum laufenden Verfahren darf ich nix sagen - dienstrechtlicher Natur wurden von uns alle möglichen und notwendigen Maßnahmen gesetzt.“

Daten und Fakten:
Seit 1889 gibt es in Braunau die Stadtpolizei, ein gemeindeeigener Wachkörper mit sicherheitspolizeilichen Befugnissen- zurzeit sind dort 13 Beamte beschäftigt, ihr Einsatzbereich umfasst das gesamte Stadtgebiet. Eine Stadtpolizei gibt es auch in Bad Ischl, Gmunden, Schärding, Ried, Traun und Vöcklabruck. Anstelle des Bundeswappens tragen Stadtpolizisten das Gemeindewappen am Ärmel. Ihre Dienstfahrzeuge tragen gewöhnliche Nummernschilder des jeweiligen Bezirks.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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