Do, 20. September 2018

Tiroler betroffen

11.04.2018 06:35

Biogas-Tarif verlängert, Bauern atmen vorerst auf

Das Zittern der heimischen Biogas-Bauern hat vorläufig ein Ende, denn der „alte“ Ökostrom-Tarif wird in ähnlicher Höhe für drei weitere Jahre gewährt. Bangen hatte eine vorgeschriebene Neubewertung der Anlagen ausgelöst, in Tirol waren rund 20 Landwirte betroffen. Darunter auch Johann Hechenblaikner aus Buch.

Rund 300 österreichische Landwirte ließen sich von der Strom- und Wärmeproduktion durch Biogas überzeugen. Hechenblaikner (45 Stück Vieh, drei Hektar Grund, drei Hektar zugepachtet) baute zwei riesige Gruben zu je 300 m3, schaffte zwei Motoren an und verwertet dazu Mist. Laut Ökostromtarif durfte er 13 Jahre lang seinen Strom um 16 Cent pro Kilowattstunde in das Tiwag-Netz einspeisen. Mit der Abwärme trocknet er Heu und versorgt sein eigenes plus drei Nachbarhäuser.

Neubewertung nötig
Im Juni 2017 beschloss der Nationalrat die Novelle zum Ökostromgesetz. Wer weiter einen lukrativen Tarif (15,57 bis 18,57 Cent) erhalten wollte, musste mit Einreichfrist zum Jahresende eine Neubewertung seiner Anlage vornehmen lassen. Sonst drohte der Absturz auf einen Erlös von 3 Cent (üblicher Handelspreis für Strom unter Energieversorgern).

„Drei Jahre Luft“
„Bewertet wurde der Brennstoffnutzungsgrad und die Volllast-Stunden“, erklärt Bernhard Stürmer, Geschäftsführer des Kompost & Biogas Verbandes Österreich. Positives Fazit: Die allermeisten Biogas-Bauern erfüllten die Mindestkriterien, auch Johann Hechenblaikner: „Ich bin erleichtert, auch wenn der genaue Tarif noch unklar ist.“ Jetzt habe er wieder „drei Jahre Luft“. Für Investitionen wie den überfälligen Austausch des Motors sei diese Zeitspanne aber fast zu gering. Klar ist auch: 2020 wird ein neues Energiegesetz erwartet, da werden die Karten schon wieder neu gemischt.

Andreas Moser
Andreas Moser

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