Fr, 19. Oktober 2018

Amtsmissbrauch

10.04.2018 06:01

Hat Stadtpolizist versuchten Einbruch „vergessen“?

Ein Mitarbeiter der Stadtpolizei Braunau (OÖ) ist wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Nach einem Einbruchsversuch am 31. Jänner in ein Geldinstitut in Stadtplatznähe soll der Mann zu ermitteln „vergessen“ haben. „Keine besonderen Vorkommnisse“, erklärte er seinen Kollegen bei der Dienstübergabe. Die Stadt erstattete Strafanzeige gegen den Beamten.

Der Einbruchsversuch in das Bankfoyer dürfte gegen 4 Uhr früh passiert sein. Es wird vermutet, dass ein Unbekannter - eventuell ein betrunkener Nachtschwärmer - über den Umstand, dass ihm zwischen Mitternacht und 5 Uhr früh der Zutritt zum Foyer verwehrt war, so erbost gewesen sei, dass er mit einer Weinflasche die Glasscheibe der Eingangstür zertrümmerte. Der Täter riss auch ein Kartenlesegerät aus der Verankerung, das 30 Meter entfernt gefunden wurde.

Keine Vorkommnisse
Die Beschädigung fiel kurz nach 5 Uhr früh einem Passanten auf - er meldete die Beobachtung sofort bei der Stadtpolizei. Der diensthabende Mitarbeiter marschierte vom Wachzimmer die wenigen Meter zur Bank, begutachtete um 5.19 Uhr kurz den Schaden und zog wieder von dannen. Seinen Kollegen vom Frühdienst soll der Mann bei der Dienstbesprechung erklärt haben, dass es in der Nacht „keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben habe.

Brisante Videoaufzeichnung
Um 6.45 entdeckten dann Bankmitarbeiter den Schaden und meldeten den Einbruchsversuch der Bundespolizei. Die Überraschung war groß, als besagter Stadtpolizist auf einer Videoaufzeichnung der Bank zu sehen war. Der Bürgermeister als sein Dienstgeber erstattete in weiterer Folge gegen den Mann Strafanzeige wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch. „Die Ermittlungen sind im Gang, es geht hier um Versäumnisse bei der Aufnahme einer Straftat“, bestätigt Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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