Die beiden Verdächtigen legten nach mehrfachem Leugnen am Mittwoch Geständnisse ab. Sie wurden anschließend in die Justizanstalt überstellt. Bei einer ersten Befragung hatten beide noch jegliche Beteiligung an der Tat bestritten. Doch dann erleichterte der erste sein Gewissen, wobei er den anderen schwer belastete. Daraufhin gab auch der andere die Tat zum Teil zu, lud die Schuld aber seinerseits weitgehend auf dem Komplizen ab. Die beiden Verdächtigen waren etwa eine halbe Stunde nach der Tat gefasst worden. Einer von ihnen hatte seinen Reisepass im Taxi verloren.
Die jungen Männer aus der Stadt Salzburg im Alter von 17 und 18 Jahren hatten am Dienstagabend etwa um 23.30 Uhr im Stadtteil Itzling das Taxi bestiegen, bereits in der Absicht, den Fahrer zu überfallen. "Der Plan war, den Lenker bis zur Bewusstlosigkeit zu würgen und anschließend zu berauben, weil sie sich eine Jause kaufen wollten", so Karl-Heinz Wochermayr vom Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos.
Taxi an den Stadtrand gelotst und dann zugestochen
Das Duo lotste den Taxler bis zum Salzachsee ganz am Stadtrand, wo ihm der Ältere von hinten eine Hundekette um den Hals legte und begann, ihn zu würgen, während der andere mit einem Küchenmesser mit unglaublicher Brutalität auf den wehrlosen Mann einstach.
Fahrer konnte noch Alarm schlagen
Der Fahrer konnte aber noch einen akustischen Alarm aktivieren, der auch in der Leitzentrale einging. Da die Täter den Lärm nicht abstellen konnten, rannten sie ohne Beute davon. Unterwegs warfen sie die beiden Tatwaffen in einen Weiher. Die Kette konnte am Mittwoch gefunden werden, das Messer wurde noch nicht entdeckt, da die Taucher der Berufsfeuerwehr die Suche am frühen Nachmittag wegen der schlechten Sicht abbrechen mussten.
Eine Polizeistreife, die zufällig in der Nähe des Tatorts unterwegs war, war nach der Alarmierung sofort zur Stelle, leistete dem Schwerverletzten Erste Hilfe, führte erste Sicherungen durch und leitete eine Fahndung ein. Der 61-Jährige konnte den Beamten noch schildern, dass er von hinten gewürgt wurde, danach wurde er vom Notarzt versorgt und ins Landeskrankenhaus gebracht, wo er noch in der Nacht etwa drei Stunden lang operiert werden musste.
Verdächtiger verlor Pass im Taxi
Rund eine halbe Stunde nach dem Überfall griff eine Patrouille im Bereich der Autobahnauffahrt Salzburg-Mitte - rund eineinhalb Kilometer vom Tatort entfernt - die beiden jungen Männer auf. Da im Taxi ein Reisepass gefunden worden war, dessen Foto mit einem der Burschen übereinzustimmen schien, wurden sie vorläufig festgenommen. Blutspuren an der Kleidung des anderen erhärteten den Verdacht. Der Pass sei ihm am Vortag gestohlen worden, versuchte sich der junge Mann zu rechtfertigen.
Taxler überlebte nur mit viel Glück
Das ganze Ausmaß der Brutalität, mit der die Burschen vorgingen, zeigte sich erst im Spital: "Ich habe 16 Stichwunden gezählt, viele davon im Hals. Die Hauptschlagader wurde nur ganz knapp verfehlt", schilderte Hans Werner Waclawiczek, der den Patienten operiert hatte. Zwei Stiche trafen die Bauchgegend, diese führten zu einem Darmaustritt und einer Durchlöcherung des Darms. Sowohl wegen der Hals- als auch der Bauchverletzungen habe akute Lebensgefahr bestanden. Der 61-Jährige wurde rund drei Stunden operiert und danach in künstlichen Tiefschlaf versetzt, aus dem er aber im Lauf des Mittwochs wieder geholt werden konnte. Er sei ansprechbar und befinde sich auf dem Wege der deutlichen Besserung, so Waclawiczek.









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