Mo, 16. Juli 2018

Weil Bedarf groß ist:

01.04.2018 09:00

20. Tafel in Tirol eröffnet

Am Samstag eröffnete in Innsbruck die 115. Tafel Österreichs. Mit dem Projekt wird doppelt Gutes getan: Lebensmittel werden „verwendet statt verschwendet“ und armutsbetroffene Menschen mit Essen versorgt. Damit das funktioniert, bedarf es jeder Menge Organisation. Die „Krone“ durfte hinter die Kulissen schauen.

Samstag Nachmittag stiegen die ersten Freiwilligen in die Autos, um die Lebensmittelspenden der Händler einzusammeln. In den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes wurden sie sortiert und in die Regale geräumt - Regale, die ebenfalls gespendet wurden. Die Kunden müssen sich im Vorfeld registrieren und nachweisen, dass sie unter einer gewissen Einkommensgrenze liegen.

Registrierung
Ab 18.30 Uhr durfte eingecheckt werden. Erst wenn alle angemeldet sind, geht die Verteilung los, denn nur so kann abgeschätzt werden, wie groß die Portionen ausfallen dürfen. Die Reihung wird gelost, damit alles fair über die Regale geht.

Komplexe Organisation
15 freiwillige Mitarbeiter waren am Samstag im Einsatz. Das Prinzip der Tafel ist eine einfache Verteilung - von da wo es zu viel ist, dahin wo es gebraucht wird. Die Organisation dahinter ist hingegen komplex. 400 freiwillige Arbeitsstunden hat Teamleiterin Jasmin Carli bereits in das Projekt investiert - „aus ganzem Herzen“, wie sie sagt und auch mit jeder Faser ihres Seins ausstrahlt.

Bedarf ist groß
Insgesamt 50 Freiwillige konnte die junge Frau akquirieren - das Team steht also soweit. Ausfallen darf aber im Moment keiner, denn die Verantwortlichen rechnen mit großem Ansturm. „Bisher gab es in Tirol nur Tafeln im Umland, die haben auch die Kundschaft aus Innsbruck abgefangen“, erklärt Stefan Biebel, Leiter der Gesundheit und Sozialen Dienste des Innsbrucker Roten Kreuzes. Vielen Menschen bleibe im Monat nicht genug zum Leben. Häufig treffe dies Alleinerziehende, Mindestpensions-Bezieher oder Familien, die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Krankheit die Belastungen nicht stemmen können.

Was zählt ist der Mensch
In Deutschland sorgte die Essener Tafel kürzlich für Schlagzeilen. Dort wurde ein Aufnahmestopp für ausländische Mitglieder beschlossen. Die Entscheidung sorgte für Diskussionen. Was zählt ist der MenschIn Innsbruck steht diese Herangehensweise nicht zur Debatte. „Die Team Österreich Tafel ist ein Projekt von Ö3 und dem Roten Kreuz“, erklärt Stefan Biebel. „Wir stützen unsere Arbeit auf sieben Grundsätze - dabei steht immer der Mensch im Vordergrund, unabhängig von Religion oder Herkunft.“

Jeden Samstag (außer an Feiertagen) werden von nun an beim Roten Kreuz am Sillufer 3a Lebensmittel verteilt. Freiwillige Helfer sind dabei immer willkommen und können sich, ebenso wie Bezieher, unter www.roteskreuz-innsbruck.at informieren. 

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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