Mo, 15. Oktober 2018

Viele Kontrollen:

29.03.2018 06:00

Tiertransport-Inspektor liegt auf der Lauer

Die Reportage über brutale Tiertransporte – die auch in Österreich ihren Ausgang haben – in die Türkei, den Libanon oder Gaza hat erschüttert. Allein in Oberösterreich sind täglich 270 Transporte unterwegs, der zuständige Inspektor Stephan Hintenaus sorgt dafür, dass bei uns das Tierwohl an erster Stelle steht.

„Krone“: Die Bilder über gequälte Tiere haben wir alle im Kopf – ist das bei uns Realität?
Stephan Hintenaus: Ich stehe jede Woche zweimal auf der Straße, wir kontrollieren heimische und internationale Transporte. Leidende Tiere sehen wir so gut wie nie. Die meisten Verstöße gibt’s wegen fehlender Papiere oder schlechter Ausbildung der Fahrer.

„Krone“: Worauf wird derzeit bei Transporten durch Oberösterreich speziell geschaut?
Hintenaus: An der tschechischen Grenze ist die afrikanische Schweinepest ein Thema. Ein Teil Tschechiens ist betroffen. Die Einfuhr von Trophäen aus der Wildschweinjagd, die Verbringung von Haus- oder Therapieschweinen sowie von Produkten aus Schweinefleisch ist problematisch. Hier wollen wir vor allem aufklären. Gibt’s bei einem Tier keine Papiere, kommt es zumindest in Quarantäne.

„Krone“: Können alle Transporte kontrolliert werden?
Hintenaus: Nein, aber alle Transporte, die bei uns ihren Ausgangspunkt oder am Schlachthof ihr Ziel haben, werden dort begutachtet. Dazu kommen auch Retrospektive-Kontrollen. Wir lassen uns die GPS-Daten der Fahrten geben und vergleichen sie mit den vor Beginn gemachten Plänen für Stopps und Routen.

„Krone“: Das betrifft aber nur einheimische Transporte.
Hintenaus: Wir haben gute Kontakte zu ausländischen Kollegen. Da kann es sein, dass wir auf bestimmte Fahrten warten.

„Krone“: Also auf der Lauer liegen.
Hintenaus: So könnte man sagen. Es gibt auch Transporteure, die unser Land gezielt umfahren, weil sie wissen, dass wir genau schauen.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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