Mi, 19. September 2018

Groteske Polit-Satire

28.03.2018 15:50

Der Wahnsinn regiert in „The Death of Stalin“

Moskau, 1953. Bei Stalin in Ungnade zu fallen, bedeutet den Gulag. Oder gar den Tod, stehen doch Folterungen und Exekutionen an der Tagesordnung. Doch dann kippt Stalin selbst um, und niemand traut sich, sein Arbeitszimmer zu betreten. Zudem wurden alle guten Ärzte längst deportiert. Die Rangelei machtgeiler, rückgratloser Marionetten und narzisstischer Opportunisten, die sich nach Stalins Ableben entspinnt, ist schlicht grotesk.

Armando Iannucci offeriert uns eine bitterbös-makabre Satire mit historischem Bezug, deren grausamer Witz die Brutalität jener Zeit spiegelt, zugleich aber auch düstere und nicht unaktuelle Parabel auf die Gewissenlosigkeit populistischer und tyrannischer Politiker ist.

Befremdlich die „Sprachakrobatik“, die nahezu niemals russisch klingt. Steve Buscemi überzeugt als Chruschtschow.

Kinostart von „The Death of Stalin“: 30. März.

Christina Krisch, Kronen Zeitung

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