Nach wie vor wurde nicht über die Lohnsteigerung 2009 diskutiert, es ging auch diesmal wieder um die Knackpunkte längere Durchrechnungszeiträume für Überstunden und eine längere Normarbeitszeit.
Doch genau darüber wollen die Arbeitnehmer nicht verhandeln, denn das wäre eine "Richtungsentscheidung", bei der die Beschäftigten dauerhaft um Überstundenzuschläge umfallen würden, betonten die beiden Verhandlungsführer Rainer Wimmer und Karl Proyer. Sie haben Arbeitgeber-Chefverhandler Hermann Haslauer vorgeschlagen, gesondert über die Arbeitszeitflexibilisierung zu verhandeln, was Haslauer wiederum nicht will, denn das würde das Problem auf den "Sankt-Nimmerleins-Tag" vertagen.
Angriff auf Sozialpartnerschaft?
Haslauer drohte offen damit, bei einem Scheitern der Kollektivvertragsverhandlungen Vereinbarungen auf Betriebsebene zu treffen. Das wäre laut Gewerkschaft ein Angriff auf die Sozialpartnerschaft, den sie sich nicht gefallen lassen würden. Am 28. Oktober gibt es bundesweite Betriebsrätekonferenzen, auf denen dann Betriebsversammlungen beschlossen werden, "die sicher in der Arbeitszeit stattfinden", betonten Wimmer und Proyer. "Es kann nicht sein, dass uns die Arbeitgeber auf der Brust knien", so Wimmer. Ein sichtlich genervter Hauslauer gab sich nicht minder kampfeswillig. "Wir haben Zeit und Geduld, so kann man jedenfalls nicht mit uns verhandeln", meinte er.
Nächstes Treffen am 13. November
Wie der Karren bei der nächsten Verhandlungsrunde am 13. November wieder rausgezogen werden kann, ließen beide Seiten offen. Wimmer stellte nach den gescheiterten Verhandlungen in der Wirtschaftskammer klar: "Die Arbeitgeber glauben, wir sind zu schwach um uns zu wehren, aber da täuschen sie sich." Von Haslauer hieß es wiederum: "Das Gesprächsklima ist so schlecht wie noch nie." Im vergangenen Jahr benötigten die beiden Verhandlungsseiten vier Runden um zu einer Einigung zu finden.









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