Di, 16. Oktober 2018

Nach Causa KH Nord

26.03.2018 13:09

Seestadt Aspern: 19.000 € für Esoterik-Studie

Nachdem die „Krone“ vor Augen geführt hat, wie durch Vertuschung, Chaos und teure Fehler das Wiener Krankenhaus Nord zu einem Milliardengrab wurde, gibt es nun ähnliche Nachrichten aus der Seestadt Aspern. Auch dort soll ein Esoterikguru, ein sogenannter Geomant, im Auftrag einer Wiener Wirtschaftsagentur noch vor Baubeginn der Seestadt eine Energetikstudie durchgeführt haben - für die er stattliche 19.000 Euro kassierte ...

Im Vergleich zu jenen 95.000 Euro, die für eine ähnlich bizarre Untersuchung am Gelände des KH Nord berappt werden mussten, erscheinen die 19.000 Euro für die Seestadt Aspern wie ein Schnäppchen. Einem Bericht des „profil“ zufolge musste der erwähnte „Geomant“, also eine Person, die laut Wikipedia „Weissagungen aus der Erde“ ableitet, vor 13 Jahren für diese Gage nicht mehr tun, als „über die noch unbebaute Fläche zu stapfen und die Kräfte der Natur auf sich wirken zu lassen“.

Energetischer „Hollerstrauch mit speziellen Eigenschaften“
Damit sollte „ein Beitrag zur Stärkung der Lebenskraft des Projektgebietes“ geleistet werden. Besondere Bedeutung hatte für den Esoteriker ein Hollerstrauch mit „speziellen energetischen Eigenschaften“. Seine Empfehlung wurde von den Architekten beachtet und der Standort als „Campus der Religionen“ vorgesehen.

Video: Erste Bewohner ziehen in die Seestadt

„Scharlatane“ nutzen „Gutgläubigkeit der Kunden“ aus
Man mag von Esoterik und Energetik und den dazugehörigen Methoden halten, was man will, fest steht jedenfalls, dass es sich beim KH Nord und bei der Seestadt Aspern nicht um Einzelfälle handelt. Laut „profil“ sind häufig Scharlatane am Werk, die die Gutgläubigkeit der Kunden und „deren Sehnsucht nach Transzendenz“ schamlos ausnützen.

Video: Esoteriker für das KH Nord

Häufig werden entsprechende Aufträge von öffentlicher Seite - von Behörden, Gemeinden, Spitalsbetreibern usw. - vergeben. „Geomanten“ & Co. machen damit gutes Geld, obwohl ihren Erkenntnissen keine wissenschaftliche Basis zugrunde liegt. In einem Gerichtsurteil war in diesem Zusammenhang sogar von „parawissenschaftlichem Unfug“ die Rede - und der Verein für Konsumenteninformation hat bereits eine entsprechende Warnung ausgesprochen.

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