Mi, 19. September 2018

Positive Stimmung

26.03.2018 06:00

Umfrage zeigt: Österreich ist auf einem guten Weg

Zweiter Teil der IMAS-Umfrage im Auftrag der „Krone“: Wir stellten die Frage, wie zufrieden die Österreicher mit der aktuellen Politik (Video-Interview oben) sind.

Das Blatt hat sich innerhalb von nur wenigen Monaten komplett gewendet: Bis zum Herbst 2017 war die aktuelle politische Situation den Österreichern ein Dorn im Auge. Der Dauerstreit zwischen den damaligen Regierungspartnern SPÖ und ÖVP lähmte das Land – und das brachten die Österreicher auch klar zum Ausdruck.

62 Prozent waren mit Regierung Kern/Mitterlehner unzufrieden
Im November 2016 – also in einer Zeit, in der Christian Kern (SPÖ) und Reinhold Mitterlehner (ÖVP) die Chefs der Bundesregierung waren, gaben bei einer IMAS-Umfrage 62 Prozent der Österreicher an, mit der Politik unzufrieden zu sein. Nur magere 27 Prozent waren damals zufrieden.

Stadt-Land-Gefälle
Und jetzt ist es genau umgekehrt: Bei der aktuellen IMAS-Umfrage im Auftrag der „Krone“ gaben 59 Prozent der 1000 befragten Österreicher an, mit der Politik zufrieden zu sein. Wobei ein Detail ganz deutlich heraussticht: Punkten kann die von Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) angeführte Koalition vor allem in den ländlichen Gebieten des Landes.

Und: „Naturgemäß ist vor allem bei den türkisen und blauen Anhängern die Zufriedenheit am größten“, nennt IMAS-Forscher Paul Eiselsberg ein Detail aus der Studie, die er anlässlich „100 Tage Bundesregierung neu“ mit seinem Team erstellte. Für die Frage nach der Zufriedenheit und Entwicklung des Landes wurden 1000 Landsleute computergestützt telefonisch interviewt (CATI). Die Schwankungsbreite beträgt +/- 3,16 Prozentpunkte, die Interviews mit Österreichern ab 16 Jahren wurden zwischen 5. und 16. März geführt.

SPÖ-Wähler kritisch
Grundsätzlich finden die Österreicher, dass unser Land auf dem richtigen Weg ist. Außer die Sympathisanten der SPÖ: Hier gab in der IMAS-Umfrage ein überdurchschnittlich großer Teil der Befragten an, unzufrieden damit zu sein (sieh Grafik unten), wie sich das Land entwickelt – auch das hat ganz wesentlich mit der Grundstimmung der Menschen zu tun. Und wie sehen die Österreicher diese? Wir stellten konkret die Frage, ob sich Österreich in den vergangenen 100 Tagen in die richtige Richtung entwickelt hat. Und auch hier sagt ein Großteil der ÖVP- und FPÖ-Wähler: „Ja, es geht in die richtige Richtung!“

Umfrage: ÖVP weiter vor SPÖ und FPÖ
Wobei es eines zu bedenken gilt: Die Unzufriedenheit der SPÖ-Wähler ist so groß, dass sich eine Patt-Stellung ergibt: 40 Prozent sagen, dass sich Österreich nicht in die richtige Richtung entwickelt, 39 Prozent das Gegenteil. Ein Teil der Umfrage behandelt auch das derzeitige Abschneiden der Parteien. Wären jetzt Wahlen, würde das Ergebnis so aussehen: ÖVP: 31–33 Prozent, SPÖ: 27–29 Prozent, FPÖ: 24–26 Prozent, NEOS: 6–8 Prozent, Grüne: 2–4 Prozent, Liste Pilz: 1–3 Prozent.

Interview mit IMAS-Forscher Paul Eiselsberg

„Krone“: Das derzeitige Stimmungsbild entspricht genau dem, was die Österreicher gewählt haben?
Paul Eiselsberg: Ja, es gibt eine stabile Situation, es gibt nur ein leichtes Auf und Ab. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass viele Österreicher in den ersten 100 Tagen noch keinen richtigen Eindruck gewinnen konnten.

Haben die guten Werte vor allem für die ÖVP nicht vielleicht auch damit zu tun, dass es bisher nur populäre Maßnahmen der Regierung gab?
Die Zufriedenheit ist generell recht hoch, Trumpf dieser Regierung ist aber sicherlich der Vergleich zur Vorgängerregierung. Damals lagen Messungen deutlich unter den Ergebnissen von jetzt. Das ist wahrscheinlich mit unterschiedlichen Maßnahmen und der Kommunikation verbunden.

Chronologie der türkis-blauen Bundesregierung:

Tag 4, 22. Dezember 2017: Der neue Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) besucht erstmals die Truppe. Der Steirer setzte auf den Heimatbonus und fuhr nach Zeltweg in die Steiermark.

Tag 13, 31. Dezembr 2017: Österreich muss sich rechtfertigen, weil die FPÖ Teil der Regierung ist. Einen Boykottaufruf internationaler Politiker nennt Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) moralische Überheblichkeit.

Tag 38, 26. Jänner 2018: Babyfreuden bei ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Die Kärntnerin gibt via Facebook bekannt, Mutter zu werden. Bub oder Mädchen? Sie will sich überraschen lassen.

Tag 60, 16. Februar 2018: Der Ansturm auf das „Don’t Smoke“-Volksbegehren ist österreichweit so groß, dass die Server im Innenministerium zusammenbrechen. Es dauert Tage, bis sich die Lage beruhigt hat.

Tag 76, 4. März 2018: Türkis-Blau im Bund, aber tiefrot in Kärnten: Bei der Landtagswahl räumt Peter Kaiser (SPÖ) groß ab: Er erreicht für seine Partei sensationelle 48 Prozent, ÖVP und FPÖ schneiden schwach ab.

Tag 93, 21. März 2018: Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) hält seine Rede über das Budget für 2018 und 2019. Sein Plan ist es, keine neuen Schulden zu machen. Ob ihm das gelingt? Die Opposition ist äußerst skeptisch.

Robert Loy, Kronen Zeitung

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