Eine Frage der Gene

Rundlicher, kleiner, fruchtbarer: Das ist die Frau der Zukunft

Wissenschaft
20.10.2009 14:40
Ein überraschendes Forschungsergebnis haben jetzt US-Wissenschaftler veröffentlicht. Die Frau der Zukunft wird nach ihren Berechnungen nicht etwa größer und schlanker - sondern kleiner und rundlicher. Außerdem wird sie sich länger fortpflanzen können. Die Forscher sehen ihre Studie als Beweis dafür, dass die genetische Auslese bei Menschen noch nicht - wie oft behauptet - zum Erliegen gekommen ist.

Es ist ein gewagter Ausblick, aber er scheint auf soliden Füßen zu stehen. Im Jahr 2409 werden Frauen im Durchschnitt zwei Zentimeter kleiner, ein Kilogramm schwerer und 15 Monate länger fruchtbar sein. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von 2.238 Frauen über drei Generationen.

Kleinere und schwerere Frauen werden häufiger schwanegr
Seit 61 Jahren werden die Bewohner der amerikanischen Stadt Framingham regelmäßig für eine groß angelegte Herzstudie untersucht. Diese Daten nutzte jetzt auch eine Forschergruppe um Stephen Stearns, Evolutionsbiologe an der Universität von Yale. Sie pickten sich jene 2.238 Frauen heraus, die bereits ein Kind bekommen hatten.

Dabei stellten sie fest, dass kleinere und schwerere Frauen im Durchschnitt früher und mehr Kinder bekamen als ihre großen und schlanken Geschlechtsgenossinnen. Oder anders ausgedrückt: Diese Frauen geben ihre Gene in höherem Maß weiter als andere. Die Folge: Auf Dauer werden kleine und rundliche Frauen sich mehr und mehr durchsetzen.

Zehn Monate später in die Wechseljahre
"Wir haben unsere Studie um soziale und gesellschaftliche Faktoren bereinigt. Aber das Ergebnis ist immer noch eindeutig", so Stearns. Ebenfalls weitergegeben wird von diesen Frauen eine längere Phase der Fruchtbarkeit. "Wenn wir das auf die nächsten 400 Jahre hochrechnen, dann wird die erste Menstruation im Durchschnitt fünf Monate früher einsetzen und die Menopause zehn Monate später eintreten."

Die Forscher sehen ihre Ergebnisse als Bestätigung für die These, dass der Mensch nach wie vor den Gesetzen der Evolution unterliegt. "Viele andere Wissenschaftler glauben, dass die natürliche Auslese in Zeiten der modernen Medizin zum Erliegen gekommen ist. Unsere Studie beweist das Gegenteil", so Stearns.

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