Mo, 18. Juni 2018

Jetzt in Psycho-Klinik

15.03.2018 16:32

Jafar S. (23) verletzt Justizwache schwer

Auch in Haft kann jener Afghane (23), der wie von Sinnen vier Menschen auf offener Straße in Wien niedergestochen hat, offenbar seine gewalttätigen Ausbrüche nicht zügeln. So attackierte Jafar S. – er sitzt seit Sonntag in U-Haft – gleich mehrere Justizwachebeamten und verletzte einen von ihnen schwer. Der Häftling wurde daraufhin in eine Wiener Psycho-Klinik verlegt.

Gegen den Verdächtigen wird von der Staatsanwaltschaft wegen mehrfachen versuchten Mordes ermittelt. Bei diesem Delikt greift laut Gerichtssprecherin Christina Salzborn grundsätzlich die U-Haft. Der Afghane wurde dort nach einem Selbstmordversuch in seinem Haftraum videoüberwacht. Wie Oberst Peter Hofkirchner, der stellvertretende Leiter der Justizanstalt, berichtete, spielte sich der jüngste Zwischenfall in der Nacht auf Donnerstag ab. „Dabei wurde bemerkt, dass er begonnen hat, Streifen von seiner reißfesten Kleidung abzulösen“, sagte Hofkirchner.

Beamte betraten die Zelle, versuchten den 23-Jährigen zu beruhigen und brachten ihn schließlich zur diensthabenden Ärztin. Dort legte der 23-Jährige laut Hofkirchner ein aggressives Verhalten an den Tag. Zu seiner Bändigung sei eine „maßhaltende Gewaltanwendung“ der Justizwache erforderlich gewesen. Einem Beamten brach Jafar S. dabei den kleinen Finger.

„Seit seiner Einlieferung auffällig verhalten“
Anschließend wurde die Überstellung des Häftlings in die Abteilung für Forensische Akutpsychiatrie im Otto Wagner Spital veranlasst. „Er hat sich seit seiner Einlieferung in die Justizanstalt auffällig verhalten. Wenn jemand so massiv auffällig ist, kann man nicht zur Tagesordnung übergehen“, erläuterte Hofkirchner. Es erscheine geboten, den Mann in einer geschlossenen Abteilung fachärztlich beobachten und allenfalls behandeln zu lassen.

Zurechnungsfähigkeit muss bewertet werden
Ob und inwieweit der Mann an einer psychischen Erkrankung leidet, muss ein von der Justiz beizuziehender psychiatrischer Sachverständiger klären. Der Experte wird zu klären haben, ob der 23-Jährige im Tatzeitpunkt zurechnungsfähig und damit auch schuldfähig war.

Blutige Messerattacken
Der 23-Jährige hatte am Mittwoch in der Praterstraße zunächst einem Ehepaar und dessen Tochter durch Messerstiche lebensbedrohende Verletzungen zugefügt und kurz danach auf dem Praterstern einen Landsmann attackiert. Den hatte der 2015 als Flüchtling nach Österreich gekommene Asylwerber für seine Drogensucht verantwortlich gemacht.

Wie berichtet, musste S. bereits zweimal wegen Drogendelikten Haftstrafen verbüßen. Nach Verbüßung seiner jüngsten Haftstrafe Anfang Dezember 2017 musste er aus der Justizanstalt Klagenfurt auf freien Fuß gesetzt werden, da man keinerlei Handhabe gehabt habe, um ihn in Schubhaft zu nehmen. Der Grund: S. war seine freiwillige Ausreise bewilligt worden. Er tauchte unter.

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