ÖBB-Datenskandal

Klugar gibt erneut Fehler zu, belastet aber Personalchef

Österreich
17.10.2009 16:26
ÖBB-Chef Peter Klugar hat am Samstag eingeräumt, dass es "in der Weisheit der Rückschau" ein Fehler gewesen sei, dass er als Chef der Betrieb AG Personaliaanträge mit sensiblen Daten unterzeichnet habe. Aber ein von den ÖBB in Auftrag gegebenes Gutachten zeige "klar", dass sein Handeln nicht rechtswidrig gewesen sei. Im Übrigen seien einige Vorwürfe aber "massiv übertrieben", die ÖBB hätten nicht das Personal "bespitzelt" und es habe keine Krankenakte gegeben.

Klugar sagte im Radio Ö1, die genaue Bewertung der ÖBB-Krankendatenaffäre werde erst möglich sein, wenn die Sachverhaltsdarstellung der ÖBB-Revision dazu abgeschlossen ist: "Dann wird man sich ein Bild machen können, wie die Situation gewesen ist." Wann es so weit sein wird, sagte Klugar nicht.

Sensible Daten seien einerseits bei den Krankenstandsrückkehrgesprächen erfasst worden. Andererseits seien bei den Personaliaanträgen Krankenstände eingetragen worden, "die hätten hier nichts verloren gehabt", so Klugar.

Klugar schiebt Schuld auf Nigl
Der frühere Personalchef Franz Nigl "ist nicht mehr Personalchef", sein Vertrag "läuft entsprechend aus", sagte Klugar. "Alles andere hat der Staatsanwalt zu beurteilen." Allerdings sei Nigl über viele Jahre gesamtverantwortlich für Personal gewesen und trage daher eine "deutlichere Verantwortung".

Auch habe Nigl informiert, dass die Missstände abgestellt worden seien, aber seine Maßnahmen seien "nicht umfangreich genug" gewesen. Ob das strafbar sei, solle der Staatsanwalt beurteilen.

Klugar verteidigt Bau-Chaos und Störungen
Zum momentanen Bau-Chaos sagte Klugar, die ÖBB informieren ihre Kunden nach Möglichkeit, aber oft wisse man bei Ausbruch einer Störung noch nicht, wie lange die Behebung dauert und welche Maßnahmen gesetzt werden müssen. Es sei klar, dass Fahren vor Bauen komme, aber "komplett unspürbar" werde die Erneuerung der Gleise nicht machbar sein.

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