"Haus der Begegnung"

Neues "Haus der EU" in Wiener Innenstadt eröffnet

Wien
16.10.2009 15:23
"Das 'Haus Europa', von dem so gerne gesprochen wird, hat in Wien nun tatsächlich ein Haus und nicht mehr nur Räume in einem Bürokomplex. Dadurch ist Europa in Wien sichtbarer geworden", so Bürgermeister Michael Häupl am Freitag anlässlich der Eröffnung des "Hauses der EU" in der Innenstadt. Neben Häupl waren sich unter anderem auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und Bundespräsident Heinz Fischer einig: Das EU-Haus soll vor allem "Bürgernähe" möglich machen.

Das mit allem Drum und Dran (Bundeshymne, Ode an die Freude, Chor der Europäischen Mittelschule Neustift...) inaugurierte Gebäude befindet sich am Standort der ehemaligen ÖGB-Zentrale in der Wipplingerstraße 35 und beherbergt nicht nur die Österreich-Vertretung der Kommission, sondern auch das Informationsbüro des Europaparlaments. Dies sei auch "ein Zeichen der exzellenten Kooperation zwischen Kommission und Parlament", erklärte Barroso.

EU-Parlament betont Bemühen um Bürger

Auch EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek betonte, dass beide Institutionen bemüht seien, "auf europäischer und nationaler Ebene" mehr auf die Bürger einzugehen. Dazu brauche es Büros, wo man mit den Menschen reden könne: "Mit denen, die dafür sind und mit jenen, die dagegen sind."


Spindelegger: "Europa in Dialog einfließen lassen"
Spindelegger sah in dem neuen Gebäude "eine sehr gelungene Möglichkeit, mit dem Bürger in Kontakt zu kommen." Wichtiger als "Hochglanzbroschüren" seien "persönliche Gespräche". "Alle Politiker müssen sich in diesen Dienst stellen und den Dialog ernst nehmen. Jetzt ist es an der Zeit, den Prozess wirklich werden zu und das Thema Europa stärker in den Dialog einfließen zu lassen", so Spindelegger.

Ferrero-Waldner: "Wirkliches Haus der Begegnung"
Ferrero-Waldner drückte ihre Hoffnung aus, dass nunmehr ein "wirkliches Haus der Begegnung für konstruktive Debatten für und über Europa" geschaffen worden sei. "Was wir wollen, sind Sichtbarkeit, Transparenz, Offenheit, Bürgernähe. Wir müssen mehr über den Mehrwert europäischer Entscheidungen diskutieren. Europa zu erklären ist ein kollektiver Auftrag."

Vizekanzler Pröll erinnerte an das "Wendejahr 1989": "20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs weiß Österreich als Schnittstelle zwischen Ost und West, was Öffnung bedeutet." Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise habe Europa "wie selten zuvor Einigkeit und Handlungsfähigkeit bewiesen."

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