Sportler des Jahres

Loitzl und Jukic stechen die Konkurrenz aus

Sport
05.11.2009 14:13
Skispringer Wolfgang Loitzl und Schwimmerin Mirna Jukic sind Österreichs Sportler des Jahres. Im Rahmen der "Nacht des Sports" in Vösendorf erhielten die beiden am Mittwochabend ihre Trophäen. "Mannschaft des Jahres" wurde das ÖSV-Skispringer-Team. Auch Hermann Maier und Renate Götschl bekamen Auszeichnungen. Posthum geehrt wurde Österreichs Jahrhundertsportler Toni Sailer.

Rund 1.500 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft, Medien und Society, darunter Bundespräsident Heinz Fischer, bejubelten die Ausgezeichneten, die von den Mitgliedern von Sports Media Austria (SMA), der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, gewählt worden waren.

Jukic schafft das "Triple"
Jukic und ist nach der siebenfachen Rekordsiegerin Annemarie Moser-Pröll (1973, 1974, 1975, 1977, 1978, 1979, 1980) und Petra Kronberger (1990, 1991, 1992), beide aus dem Ski-alpin-Lager, erst die dritte Dreifachsiegerin der seit 1949 abgehaltenen Wahl. Die Schwimmerin hatte heuer zwei Europarekorde (100 Meter und 200 Meter Brust) aufgestellt und WM-Silber (200 Meter Brust) gewonnen. Die 23-jährige Wienerin setzte sich bei der Wahl klar vor Kathrin Zettel, Weltmeisterin in der alpinen Kombination, durch. Mountainbikerin Elisabeth Osl folgte auf Rang drei.

Die besten Bilder von der Sportlerwahl: siehe Infobox!

"Ich bin sehr stolz, dass man meine Leistungten nach wie vor so schätzt", erklärte Jukic, die sich betreffend ihrer Zukunft weiter bedeckt hielt. "Schauen wir mal", meinte sie auf Fragen, ob sie auch nächstes Jahr "wählbar" sein werde.

Loitzl und die ÖSV-Adler überflügeln Konkurrenz
Bei den Herren und mit der Mannschaft überflügelten die ÖSV-Adler genau wie im Vorjahr die Konkurrenz. Wolfgang Loitzl trat die Nachfolge seines Teamkollegen Thomas Morgenstern an, das ÖSV-Skispringerteam verteidigte den Titel erfolgreich. Loitzl gewann als erster Österreicher seit 1999/2000 die Vierschanzen-Tournee und erhielt in Bischofshofen fünfmal die Traumnote 20,0, bei der WM in Liberec holte der 29-jährige Steirer Gold von der Normalschanze und mit der Mannschaft. Loitzl siegte knapp vor seinem Teamkollegen Gregor Schlierenzauer, der den vergangenen Weltcup dominiert und mit 13 Siegen und 2.083 Punkten jeweils einen neuen Rekord aufgestellt hatte. Dritter wurde Slalom-Olympiasieger Manfred Pranger.

"Es ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich, weil ich das geschafft habe nach den langen Jahren, wo ich weit weg war", erklärte Loitzl, der sich im Vorfeld selbst zum Favoriten erklärt hatte und sich vor seinem Teamkollegen sah. Immerhin habe er zwei von drei Höhepunkten gewonnen. "Wenn man im Spitzensport ist, hat man die Sportlerwahl immer im Hinterkopf, und wenn man nominiert ist, will man auch gewinnen. Es war eine enge Kiste zwischen mir und Schlieri. Ich bin in einem Alter, wo es nicht mehr so viele Möglichkeiten gibt. Ich denke, der Gregor ist mir nicht böse", sagte Loitzl.

Zweitplatzierter Schlierenzauer bleibt gefasst
Schlierenzauer nahm seinen zweiten Platz gefasst hin und zeigte sich "mit der Mannschaftsauszeichnung sehr zufrieden. Ich war überrascht, hätte eher das Formel-1-Team auf dem obersten Treppchen gesehen. Ich bin sicher nicht zu jung. Ich werde versuchen, die, die mich nicht gewählt haben, nächstes Jahr zu überzeugen", sagte der Tiroler.

Bei der seit 1978 durchgeführten Mannschafts-Wertung gelang den Skispringern erst zum dritten Mal (1978/79 durch das Fußball-Nationalteam und 2002/03 durch die Nordischen Kombinierer) eine Wiederholung des Vorjahressieges. Die Springer siegten vor den Biathleten und Rapid Wien.

16-jährige Kletter-Weltmeisterin "Aufsteiger des Jahres"
Aufsteigerin des Jahres wurde in einer Publikumswahl - auch "Krone"- und krone.at-Leser hatten mitgestimmt - die 16-jährige Johanna Ernst, jüngste Kletter-Weltmeisterin der Geschichte. Wie es sich für einen Teenager gehört, ging Ernst via E-Mail und Facebook auf Stimmenfang, 13.184 Personen wählten schließlich die Salzburgerin. Sie gewann vor Biathlon-Weltmeister Dominik Landertinger (10.523 Stimmen) und Fußballer Marko Arnautovic (1.736 Stimmen). Die Gewinner bekamen je eine acht Kilogramm schwere Trophäe.

"Special Awards" für Hermann Maier und Renate Götschl
Erstmals wurden bei der Wahl in diesem Jahr gleich zwei "Special Awards" vergeben. Mit Hermann Maier und Renate Götschl erhielten zwei kürzlich zurückgetretene Skifahrer, die zusammen auf 100 Weltcupsiege kommen, diese seit 2003 vergebene Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Für den verstorbenen Jahrhundertsportler Toni Sailer wurden zum Sinatra-Hit "Unforgettable" besinnliche Bilder eingespielt, außerdem wurde in Memoriam des großen Skifahrers aus Kitzbühel das Toni-Sailer-Stipendium ins Leben gerufen.

Die Ehrung nahm Maier neben Götschl in Empfang, die wegen ihrer Mutterfreuden zwei Monate vor Maier zurückgetreten war. "Die Auszeichnung zeigt, dass ich die Leute über die Jahre doch ein bisserl unterhalten konnte", meinte die Steirerin. Maier nahm den Ball auf und beantwortete die Frage, ob er schon eine Idee habe, was er nun wirklich nach dem Karriereende machen würde, mit einem Wort: "Kinder!" Unterwegs sei aber noch nichts. "Ich bin noch im Training und am Üben", scherzte Maier.

Preise für Behindertensportler
Auch die "Behindertensportler des Jahres" wurden bei der "Nacht des Sports" geehrt. Bei den Frauen siegte Sabine Gasteiger, bei den Herren Robert Meusburger (beide Ski alpin). Die Auszeichnung "Special-Olympics-Sportler des Jahres" erhielt Eisschnellläuferin Sabine Haller.

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(Bild: KMM)



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