Do, 21. Juni 2018

Messerangriffe in Wien

12.03.2018 14:17

So konnte Jafar S. nach Haftstrafe untertauchen

Wie berichtet, saß jener 23-jährige Afghane, der am vergangenen Mittwoch in Wien vier Personen niedergestochen und schwer verletzt hat, bereits zwei Mal wegen Drogendelikten im Gefängnis. Wie jetzt bekannt wurde, musste Jafar S. nach Verbüßung seiner jüngsten Haftstrafe Anfang Dezember 2017 aus der Justizanstalt Klagenfurt auf freien Fuß gesetzt werden, da man keinerlei Handhabe gehabt habe, um ihn in Schubhaft zu nehmen. Der Grund: S. war seine freiwillige Ausreise bewilligt worden. Allerdings wurde das Ausreisezertifikat nie abgeholt und S. konnte untertauchen.

Der Mann, der 2015 nach Österreich gekommen war, hatte beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) seine freiwillige Rückkehr in seine Heimat beantragt - möglicherweise deshalb, weil kein Ende seines Asylverfahrens in Sicht war. Abgeschoben wurde er allerdings nicht. Der Afghane soll sein Ausreisezertifikat nicht behoben haben. In weiterer Folge kam er in Kontakt mit der Drogenszene.

„Es gab keinen Schubhaftbescheid“
Wie am Montag Recherchen der APA ergaben, informierte die Justizanstalt Klagenfurt das BFA, dass der Mann mit 7. Dezember 2017 bedingt entlassen werden sollte. „Es hat eine aktive Kontaktaufnahme gegeben“, versicherte ein Strafvollzugsinsider. Offenbar wurde darauf seitens des BFA nicht zeitgerecht reagiert: „Es hat keinen Schubhaftbescheid gegeben, es ist auch kein Festnahmeauftrag vorgelegen. Der Mann musste daher entlassen werden.“

Seitens des Innenministeriums wurden am Montag die Vorgänge und der behördliche Kommunikationsverlauf untersucht. Man hofft, einen Bericht des BFA noch am Montag zu bekommen. Im Fokus stünde die Frage, was der 23-Jährige seit seiner Entlassung aus der Haft am 8. Dezember des Vorjahres getan hat, hieß es aus dem Innenministerium.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.