Der Angeklagte habe 32 namentlich bekannte Hobbysportler versorgt. "14 Prozent der Leute in Fitness-Centern nehmen laut einer Studie illegale Mittel. Die Gefahr für Hobbysportler ist wesentlich größer als für Berufssportler, die medizinisch begleitet werden. Hobbysportler hauen einfach rein, was geht", sagte Staatsanwältin Nina Weinberger.
Gut vom Handel gelebt
Als die "Soko Doping" den Mann Anfang April festnahm, wurden bei einer Hausdurchsuchung verbotene Mittel im Wert von rund 100.000 Euro sichergestellt. Der 51-Jährige dürfte vom Doping-Handel offenbar sehr gut gelebt haben: Monatlich konnte der Frühpensionist durchschnittlich 4.700 Euro ausgeben.
Der Angeklagte gab zu, seit eineinhalb bis zwei Jahren in großem Stil Bekannte und Freunde – teilweise wöchentlich – mit Ampullen versorgt zu haben, die er großteils aus der Slowakei bezogen haben dürfte. Er sei "im Lauf der Jahre eineg'rutscht", gab er zu Protokoll: "In der ersten Zeit hat man sich nicht viel dabei 'dacht."
Eigene Bunkerwohnung angemietet
Mitgedacht hatte der Mann freilich, als er für seine Vorräte bei sich zu Hause keinen Platz mehr fand: Deswegen mietete er sich eigens dafür eine Wohnung an. "In dieser Wohnung gab es kein Wasser und keinen Strom. Es war eine klassische Bunkerwohnung, wie wir so was aus der Suchtgift-Szene kennen", legte Weinberger dar.
Richter Walter Stockhammer verhängte über den geständigen Angeklagten nach § 22a Anti-Doping-Gesetz, das unter anderem den Handel mit Blutdoping-Präparaten unter Strafe stellt, und dem Arzneimittelgesetz ein Jahr Haft, acht Monate davon bedingt. Vier Monate muss er tatsächlich verbüßen, wobei ihm die sieben Wochen, die er in U-Haft verbrachte, angerechnet werden.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwältin behielt sich eine Rechtsmittelerklärung vor.










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