Inflation bei 0,1 %

Wohnen wird immer teurer - Kosten für Verkehr sinken

Österreich
15.10.2009 12:16
Die Inflationsrate ist im September gegenüber dem Vorjahresmonat nur leicht um 0,1 Prozent gestiegen und verzeichnete damit gegenüber dem August sogar einen leichten Rückgang, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit. Hauptpreistreiber waren Ausgaben für Wohnen sowie Versicherungen. Am stärksten preisdämpfend wirkten sich die Ausgaben für Verkehr aus, aber auch die Einführung des Gratiskindergartens wirkte inflationssenkend.

Auch im September wurde die Gesamtinflation von der Entwicklung der Treibstoff- und Heizölpreise dominiert. Ohne deren Preisreduktionen im Jahresabstand wäre die September-Inflationsrate mit 1,3 Prozent deutlich höher ausgefallen.

Wohnen und Versicherungen teurer
Gegenüber dem Vorjahr deutlich teurer kamen Versicherungsdienstleistungen, die sich in Summe um 3,3 Prozent verteuerten. Die Preise für Haushaltsversicherungen legten beispielsweise um 5 Prozent zu, private Krankenversicherungen sowie Kraftfahrzeugversicherungen wurden um jeweils 3 Prozent teurer.

Überdurchschnittlich stark stiegen mit 1,6 Prozent auch die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, hauptsächlich hervorgerufen durch Preisanstiege bei der Instandhaltung von Wohnungen (+4,2 Prozent). Wohnungsmieten stiegen um 5,4 Prozent. Haushaltsenergie verbilligte sich insgesamt um 3,0 Prozent, wobei die starken Rückgänge beim Heizöl (-31 Prozent) durch Verteuerungen für Strom (+5 Prozent) und Gas (+9 Prozent) teilweise kompensiert wurden.

Zu Verteuerungen kam es auch beim Posten "Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses". Hier zogen die Preise um 2,1 Prozent an. Sitzgarnituren verteuerten sich beispielsweise um 6 Prozent, Schlafzimmermöbel um 5 Prozent, Kinderzimmer um 7 Prozent. Die Preise für Waren und Dienstleistungen im Haushalt stiegen um durchschnittlich 2,1 Prozent, Geschirrspülmittel etwa um 6 Prozent.

Treibstoff und Nahrungsmittel wurden billiger
Die Ausgaben für Verkehr sanken im September im Jahresvergleich durchschnittlich um 4,6 Prozent. Treibstoffpreise lagen etwa um 18 Prozent unter jenen des Vorjahres (Diesel: -22 Prozent, Superbenzin und Normalbenzin jeweils -14 Prozent). Flugtickets waren um 9 Prozent billiger. Wartung und Reparaturen von Pkw wurden hingegen insgesamt um 4 Prozent teurer.

Als leichter Preisdämpfer erwiesen sich auch Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Hier fielen die Preise um 0,7 Prozent. Verbilligungen bei Obst (-8 Prozent) und Molkereiprodukten und Eiern (-4 Prozent) wurden durch Preisanstiege bei Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren (+3 Prozent) sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen (+1 Prozent) teilweise kompensiert.

Gratiskindergarten wirkt preisdämpfend
Auch die Verwirklichung des sogenannten Gratiskindergartens wirkte sich mit -38,4 Prozent preisdämpfend auf die Kindergartengebühren aus und war maßgeblich für den Rückgang der Ausgaben im Bereich Erziehung und Unterricht um 6 Prozent verantwortlich.

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