Do, 21. Juni 2018

Vier Schwerstverletzte

09.03.2018 08:46

Das ist der Messerattentäter von Wien-Leopoldstadt

Er stach zu, weil er „in einer schlechten, aggressiven Stimmung“ und „auf seine gesamte Lebenssituation wütend“ gewesen sei - und angeblich auch als Vergeltungsschlag für seine Drogensucht. Mit diesem Geständnis schockierte der Messerangreifer von Wien-Leopoldstadt, der 23 Jahre alte Jafar S., am Donnerstagnachmittag. Am Abend zuvor hatte er wie von Sinnen auf eine dreiköpfige Familie eingestochen und ging nur wenig später auf einen 20-jährigen Tschetschenen los. Er war 2015 als Flüchtling nach Österreich gekommen, tauchte jedoch unter und lebte zuletzt als „U-Boot“ in der Bundeshauptstadt.

Was treibt einen Menschen zu solch einer Tat? Diese Frage beschäftigte wohl nahezu jeden, der von der blutigen Messerattacke am Mittwochabend im Wiener Bezirk Leopoldstadt erfuhr. Ein 67-jähriger Zahnarzt sowie seine Ehefrau im Alter von 56 Jahren und die 17-jährige Tochter des Paares wurden beim Verlassen eines japanischen Lokals in der Praterstraße mit einem Messer attackiert und schwerst verletzt. Während die beiden Frauen am Donnerstag außer Lebensgefahr waren, bangte man noch um das Leben des 67-Jährigen. Am Freitag gab es dann gute Nachrichten aus dem Krankenhaus: Der 67-Jährige befand sich nicht mehr in Lebensgefahr, sondern in stabilem Zustand.

Nur knapp eine Stunde nach der ersten Bluttat am Mittwochabend war die nächste erfolgt, diesmal am Praterstern vor einem Imbisslokal: Ein 20-jähriger Tschetschene erlitt mehrere Messerstiche, auch er schwebte zunächst in Lebensgefahr, die mittlerweile gebannt ist. Es kam zur Festnahme, der 23-jährige Afghane Jafar S. wurde nach einer kurzen Fahndung festgenommen.

„Aggression“, „Unzufriedenheit“
War das Motiv für die Taten politisch motiviert? Waren sie geplant? Hängen die beiden Attacken überhaupt zusammen? Die Antworten darauf gab S. schließlich in der Einvernahme gegenüber der Wiener Polizei. Keine politische Motivation, vielmehr „Aggression“ und Unzufriedenheit seien Auslöser für die Angriffe auf die Familie gewesen, erklärte der 23-Jährige. Sie hätten ihn zum Messer greifen und auf Menschen losgehen lassen. Seine Drogensucht, für die er den 20-jährigen Tschetschenen – ein Bekannter des mutmaßlichen Messerstechers – verantwortlich machte, sei Grund für die zweite Attacke am Praterstern gewesen.

Tatsächlich sei der Tatverdächtige im Drogenmilieu bekannt gewesen, sagte Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Donnerstagabend in der „ZiB 2“. Zudem hätte er längst abgeschoben werden müssen, wie ein Insider gegenüber krone.at sagte. Doch er nahm schlichtweg keine Termine mehr wahr und tauchte in Wien unter.

 krone.at
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