Mi, 20. Juni 2018

Chlorgas-Einsatz?

09.03.2018 06:51

Mehr als 1000 Tote bei Offensive in Ost-Ghouta

Bei der Offensive der syrischen Armee in Ost-Ghouta sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) rund 1000 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten liege bei fast 5000, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag mit. Helfer und Oppositionsvertreter warfen der Regierung den Einsatz von Chlorgas vor. Ein Hilfskonvoi für die Einwohner der belagerten Rebellenhochburg musste seine Mission Anfang der Woche vorzeitig beenden. 

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach ihrerseits von 915 getöteten Zivilisten in den vergangenen 18 Tagen. Aus der Region östlich von Damaskus sind inzwischen Zehntausende Syrer geflohen: Eine UN-Sprecherin erklärte in Genf, die Städte Mesraba, Hammurijeh und Mudreia, wo im Dezember insgesamt noch 50.000 Menschen gelebt hätten, seien inzwischen verlassen. Der UN-Sicherheitsrat wiederholte seine Forderung nach einer 30-tägigen Feuerpause im gesamten Land.

Ärzte ohne Grenzen: „Jeden Tag hören wir von mehr Hilflosigkeit“
„Jeden Tag hören wir von mehr Hoffnungslosigkeit, während unsere medizinischen Kollegen die Grenzen dessen erreichen, was eine Person ertragen kann“, sagte die Generaldirektorin von MSF, Meinie Nicolai, am Donnerstag. 15 der 20 von MSF unterstützten Krankenhäuser und Kliniken seien im Zuge der Offensive beschossen oder bombardiert worden.

Ost-Ghouta gehört zu den letzten Gebieten Syriens unter Kontrolle von überwiegend islamistischen Rebellengruppen. Die Region hat in den vergangenen fast drei Wochen die schwersten Angriffe syrischer Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkrieges vor rund sieben Jahren erlebt. In dem seit 2013 belagerten Rebellengebiet sind bis zu 400.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die humanitäre Lage ist nach Angaben von Hilfsorganisationen dramatisch. Da es in dem Gebiet viele medizinische Einrichtungen gibt, die nicht von Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden, schätzt die Organisation die Zahl der Opfer noch deutlich höher ein.

 krone.at
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