Mi, 17. Oktober 2018

Rekonstruktion erfolgt

08.03.2018 18:02

Kein Hinweis auf Mordplan

Tathergang bestätigt! Jener 68-Jährige, der in einem Mehrparteienhaus in Mariazell seine unheilbar kranke Frau mit einem Kopfpolster erstickt haben soll, bestätigte bei der Rekonstruktion die tragischen Ereignisse. Auch die durchgeführte Obduktion, die auf einen Erstickungstod der 66-Jährigen hindeutet, passt ins Bild.

Nach der Tat, am Mittwoch gegen 2.30 Uhr, trank der Verdächtige eine Flasche Whiskey, weshalb eine ordentliche Einvernahme erst gestern möglich war. „Stunden nach der Tat hat er eigentlich relativ gefasst gewirkt, aber als wir am Donnerstag für die Rekonstruktion wieder in der Wohnung waren, ist er schon zurückgefallen. Da dürfte ihm das Ganze erst bewusst geworden sein“, sagt ein Ermittler, der von keiner geplanten Tat ausgeht.

„Das Paar hat schon darüber gesprochen, dass das Leben mit der Krankheit nicht mehr lebenswert ist. Aber es sieht doch nach einem kurzfristigen Entschluss aus.“ Ausschließen können die Ermittler, dass sich die Gattin, die seit einiger Zeit Essen, Medikamente sowie Arztbesuche verweigerte und nur noch knapp 50 Kilogramm wog, gewehrt hat. „Der Mann wies Verletzungen am Rücken auf, die er sich aber im alkoholisierten Zustand bei einem Sturz auf einen Wohnzimmertisch zugezogen hat. Den Alkohol hat er auch sicher erst nach der Tat zu sich genommen. “

Die Ermittler gehen von einer Verzweiflungstat aus, deren Auslöser ein erneuter Aufenthalt im Spital gewesen sein könnte, der für die 66-Jährige gestern beginnen hätte sollen. Das Delikt „Tötung auf Verlangen“ scheidet aber aus, laut Ermittlern gab es keinerlei Hinweise auf eine Einigkeit. Daher wird der 68-Jährige nun wegen Mord an seiner Frau angeklagt, bis zu seiner Verhandlung wird er in der Justizanstalt Leoben untergebracht.

Alexander Petritsch
Alexander Petritsch

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