Di, 19. Juni 2018

Afghane geständig

08.03.2018 15:07

Messerangriff in Wien – „aus Aggression“

Zwei Messerattacken innerhalb von etwa 30 Minuten, vier Schwerstverletzte, der Täter in Polizeigewahrsam: Die beiden Bluttaten, die sich am Mittwochabend im Wiener Bezirk Leopoldstadt abgespielt haben, sorgen österreichweit für großes Entsetzen. Eines der Opfer - ein Zahnarzt - kämpft im Krankenhaus nach wie vor um sein Leben, drei weitere erlitten schwere Verletzungen, befinden sich mittlerweile aber nicht mehr in akuter Gefahr. Der 23-Jährige hat bei der Polizei am Donnerstag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der junge Afghane sei, wie er selbst über sein Motiv sagte, einfach in einer „schlechten, aggressiven Stimmung“ gewesen.

Wie aus dem Nichts hatte ein bewaffneter Mann am Abend gegen 19.45 Uhr vor einem japanischen Lokal in der Praterstraße beim Aufgang der U1-Station Nestroyplatz eine österreichische Familie, die das Restaurant gerade verlassen hatte, mit einem Messer attackiert. Der Täter fügte den drei Opfern lebensgefährliche Verletzungen zu und ergriff danach die Flucht in Richtung Praterstraße.

Blutüberströmt sanken ein 67-jähriger Zahnarzt aus Wien, seine 56 Jahre alte Ehefrau und die 17 Jahre alte Tochter des Paares zu Boden, Zeugen der schockierenden Szenen alarmierten die Einsatzkräfte. Der Vater hatte bei dem Vorfall derart schwere Verletzungen erlitten, dass er noch an Ort und Stelle reanimiert werden musste. Er wurde ebenso wie seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter nach der Erstversorgung ins Krankenhaus eingeliefert.

67-Jähriger in Lebensgefahr
Laut Informationen der „Krone“ kämpft der 67-Jährige im Spital um sein Leben, hatte bei der Tat einen Nierenstich erlitten, liegt im künstlichen Tiefschlaf. Weniger kritisch ist es zum Glück um den Gesundheitszustand der 56-Jährigen und der 17-Jährigen bestellt. Wie es am Donnerstagvormittag seitens des Wiener Krankenanstaltenverbunds gegenüber krone.at hieß, konnte die Lebensgefahr bei beiden Frauen mittlerweile gebannt werden.

Nur rund 30 Minuten nach dem ersten Messerangriff kam es vor einem Imbisslokal am Wiener Praterstern zur nächsten Bluttat. Opfer war diesmal ein 20 Jahre alter Tschetschene, der ebenfalls Verletzungen, zugefügt durch ein Messer, erlitt. Er befand sich zunächst ebenfalls in Lebensgefahr, wurde ins Spital gebracht und versorgt. Auch der 20-Jährige befand sich am Donnerstag bereits außer Lebensgefahr.

Blutspur hinterlassen
Unmittelbar nach der ersten Tat leitete die Polizei mit Unterstützung der WEGA eine sofortige Fahndung nach dem Flüchtigen ein, die Umgebung rund um den Tatort wurde akribisch abgesucht, mehrere Hauseingänge in der Nähe wurden bewacht und Zeugen der Bluttat befragt. Kurz nach dem zweiten Angriff ging der Polizei bereits ein Verdächtiger ins Netz: ein 23 Jahre alter Afghane, der laut „Krone“-Informationen Verletzungen an der Hand aufwies. Bei sich hatte der Mann zwei Messer, sie wurden sichergestellt und werden untersucht.

Beamte mit Diensthunden kehrten am Donnerstag noch einmal zurück an den Tatort und konnten tatsächlich eine Blutspur entdecken. Diese führt zu einem Treppelweg am Donaukanal, nun wird abgeklärt, ob das Blut von dem festgenommenen Afghanen stammt.

Täter lebte als U-Boot in Wien
Doch wer ist der Angreifer, der mutmaßlich vier Menschen innerhalb kürzester Zeit mit einem Messer attackierte und lebensgefährlich verletzte, beim ersten Angriff laut Zeugen „laut schrie“ und offenbar völlig willkürlich auf Passanten losging? Wie es aus Exekutivkreisen gegenüber krone.at hieß, dürfte der 23-Jährige als „U-Boot“ in Wien gelebt haben. Zudem habe er mehrere behördliche Termine nicht wahrgenommen.

Gegenüber der Polizei legte er im Laufe der Einvernahme ein umfassendes Geständnis ab: Er sei nach eigenen Angaben in einer „schlechten, aggressiven Stimmung“ gewesen, berichtete die Polizei am Donnerstagnachmittag. Er sei auf seine gesamte Lebenssituation wütend gewesen und habe deshalb die Familie attackiert. 

Auch zum Motiv für die zweite Tat gibt es eine Aussage: Beim 20-jährigen Opfer habe es sich um einen Bekannten gehandelt - der Täter habe den 20-Jährigen für die eigene, vergangene Drogensucht verantwortlich gemacht und deshalb auch diesen mit einem Messer angegriffen.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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