So, 18. November 2018

Minister-Video

07.03.2018 17:29

Brauner tobt wegen „Herabwürdigung Wiens“

Der Wahlkampf der Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban sorgt für Verstimmung zwischen Budapest und Wien. Der Grund ist ein von Orbans Kanzleramtsminister Janos Lazar auf Facebook veröffentlichtes Video, in dem die Folgen der Einwanderungspolitik auf die Bundeshauptstadt einseitig und äußerst dramatisch dargestellt werden. Das Video ist mittlerweile von Facebook gelöscht worden, die Empörung im Wiener Rathaus ist aber nach wie vor groß. Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) protestierte auf Twitter „als stolze Wienerin auf das Schärfste“ gegen die Darstellung ihrer Heimatstadt. SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak betonte: „Der ungarische Wahlkampf hat in Wien nichts verloren.“

Lazar hatte in dem kurzen, im Bezirk Favoriten gedrehten Clip (siehe unten) unter anderem behauptet, Wien sei durch Zuwanderer schmutzig und unsicher geworden. „Wir sind verwundert und entsetzt, dass ein Politiker die Hauptstadt eines Nachbarlandes so herabwürdigt“, kritisierte Brauner den Politiker der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz. Die Vorwürfe seien inhaltlich falsch und „auf traurige Weise fremdenfeindlich“.

Vassilakou schickt Minister „wienliebe“
Persönlich könne sie Ungarn nur wünschen, dass die Städte dort so werden, wie Wien - die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität, so Brauner. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) sandte dem Minister mittels Facebook-Posting „wienliebe“ und „favoritenpride“. Der Bezirksvorsteher von Favoriten, Marcus Franz (SPÖ), versicherte wiederum in einer Aussendung: „Favoriten ist ein wunderschöner Bezirk, in dem die Menschen sehr gerne leben. Die Kritik an meinem Heimatbezirk ist überzogen.“

SPÖ-Landesparteisekretärin fordert Entschuldigung
„Der ungarische Wahlkampf hat in Wien nichts verloren“, verwies die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak auf den demnächst anstehenden Urnengang im Nachbarland. Nachdem die Partei Orbans vergangene Woche im Zuge von Regionalwahlen eine verheerende Niederlage erlitten habe, scheine ihr nun jedes Mittel recht zu sein. Dazu zähle auch ein „völlig aus der Luft gegriffenes Schreckensbild über Wien-Favoriten“ und das „Aufhetzen von Personengruppen“. Novak forderte eine Entschuldigung von Lazar - und sprach von den „ungarischen Freunden von Sebastian Kurz und HC Strache“.

FPÖ: „Kein Akt der Höflichkeit“
Auch die FPÖ hat mit dem Kurzfilm keine Freude. Zwar hätten sich in den vergangenen Jahren unter der rot-grünen Rathaus-Koalition tatsächlich viele Dinge in die falsche Richtung entwickelt, befand der blaue Vizebürgermeister Dominik Nepp, aber das Video sei „unangemessen und im Sinne der an sich freundschaftlichen Beziehungen unter Nachbarländen nicht gerade ein Akt der Höflichkeit“.

Mehr als 21.000 Ungarn leben in Wien
Das von Lazar dargelegte Szenario dürfte viele seiner Landsleute jedenfalls nicht davon abgehalten haben, in die österreichische Hauptstadt zu ziehen. Laut dem aktuellen Statistischen Jahrbuch lebten zuletzt (Stand Anfang Jänner 2017) 21.343 Ungarn in Wien. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2011 - als nur 8171 ungarische Staatsbürger hier wohnten.

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