So, 21. Oktober 2018

Experten warnen:

06.03.2018 09:12

Am Gletscher hängt das Leben am Seil

Zwei Personen stürzten am vergangenen Wochenende unabhängig voneinander in eine Gletscherspalte – wie durch ein Wunder haben beide unverletzt überlebt. Das sei extrem selten, sagen Fachmänner, denn derartige Stürze sind höchst gefährlich. Aber wie entstehen Gletscherspalten überhaupt und kann man sie erkennen und somit umgehen? Die „Krone“ hat mit Experten gesprochen.

Am Samstag stürzte ein 39-jähriger Brite am Pitztaler Gletscher rund acht Meter in eine Spalte. Am Sonntag ereilte einen 26-jährigen deutschen Tourengeher am Großvenediger in Osttirol das gleiche Schicksal – er stürzte rund 15 Meter in die Tiefe. Der Brite hatte die gesicherte Piste verlassen. Der deutsche Wintersportler verzichtete auf ein Seil. Eine Tatsache, die eine elementare Rolle spielt – denn mit Seil könnten derartige Unfälle vermieden werden, ist sich Peter Veider, Geschäftsführer der Bergrettung Tirol, sicher.

Seile retten Leben
Obwohl Seile Leben retten, ist die „Anseil“-Moral auf den heimischen Bergen gering, dabei wäre die Herangehensweise laut Veider eigentlich simpel: „Sobald man auf einen Gletscher geht, gehört das Seil dazu wie der Helm beim Skifahren.“ Vorbilder dahingehend gebe es: „Auch wenn das manch einer vielleicht nicht hören will, aber die Franzosen und Schweizer haben eine viel höhere ,Anseil’–Moral, als Österreicher oder Deutsche – sie sind große Gletscher samt Spalten eher gewöhnt als die heimischen Tourengeher.“

Entstehung der Spalten
Aber wie entstehen die Risse überhaupt und kann man sie erkennen und somit umgehen? Wolfgang Gurgiser von der Universität Innsbruck erklärt: „Das Eis auf den Gletschern ist in Bewegung, so entsteht Spannung. Wird diese zu groß, reißt das Eis, es entstehen Spalten.“  Zurückzuführen ist das aber nicht unmittelbar auf starke oder weniger starke Winter, sondern auf die Geschwindigkeit, mit der sich das Eis bewegt. „An Übergängen zwischen flachen und steilen Stellen kommt es zu Geschwindigkeitsunterschieden – dort treten Spalten häufig auf.“

Kein Erkennen möglich
Heißt: Gerade da sollte man vorsichtig sein, denn eine Schneebrücke zu erkennen ist schwierig – auch für geübte Augen: „Hat es frisch geschneit, ist es so gut wie unmöglich zu sehen, wo eine Spalte liegt“, sagt einer, der es wissen muss: Hermann Spiegl stürzte selbst 15 Meter tief in eine Spalte und hat schwer verletzt überlebt.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Zittern bis zuletzt
Hamilton startet auch in Austin aus der Pole
Motorsport
Erst Tor, dann out
Arm gebrochen! Messi fällt für den „Claisco“ aus
Fußball International
Spanier wundern sich
„Scheißdreck“-Sager: Bernat-Berater kontern Hoeneß
Fußball International
Deutsche Bundesliga
Bremen nach 2:0 auf Schalke vorerst Zweiter
Fußball International
Nur 1:1 gegen Genoa
Ronaldo trifft - Juve strauchelt trotzdem erstmals
Fußball International
Mbappe trifft
PSG-Wahnsinn! Zehnter Sieg im zehnten Ligaspiel
Fußball International
Nach Skandal-PK
„Super Zeichen“ - Kimmich verteidigt Bayern-Bosse!
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.