Mi, 19. September 2018

Brisanter Prüfbericht:

05.03.2018 10:20

Spitäler kaufen Medizinprodukte viel zu teuer ein

Viel Sparpotenzial in Oberösterreichs Spitälern beim Einkauf medizinischer Gebrauchs- und Verbrauchsgüter zeigt der Landesrechnungshof in einem neuen Prüfbericht auf. Besonders brisant liest sich darin die Schilderung über einen Beratervertrag eines leitenden Arztes im Kepler-Uni-Klinikum mit dem dort umsatzstärksten und zu den teuersten zählenden Hersteller von Implantaten - siehe auch der Auszug aus dem Prüfbericht anbei.

Ein paar „Highlights“ aus dem Rechnungshofericht: Beim Einkauf von Flächendesinfektionsmitteln und Untersuchungshandschuhen bestehen bei identischen Artikeln „teilweise beträchtliche Unterschiede der Einkaufspreise“. Schon hier ließen sich durch Beschaffung zum jeweils günstigsten Preis Zehntausende Euro im Jahr sparen.

Implantat-Kosten sind oft zu hoch
Noch mehr Geld ließe sich durch Optimierungen beim Einkauf von Knie- und Hüftimplantaten holen, zeigt der Rechnungshof auf: Die Kosten einer Hüftprothese liegen  zwischen 1422 Euro und 1957 Euro. Die an Fallzahlen gemessen größte orthopädische Abteilung in Oberösterreich (Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern) verwendete das preiswerteste Produkt; die betreffende Abteilung des Kepler-Uni-Klinikums das teuerste.

„Preisunterschiede nicht zu rechtfertigen“
„Aus unserer Sicht ist ein Preisunterschied von 38 Prozent für solche Leitprodukte nicht zu rechtfertigen. Hier gehört die Produktpalette vereinheitlicht, um eine Preisreduktion zu erreichen“, sagt LRH-Direktor Friedrich Pammer.

Brisanter Beratervertrag eines Arztes
Im Fall des KUK hat ein leitender Arzt einen (gemeldeten) Beratervertrag mit dem bei weiten umsatzstärksten Hauptlieferanten und Hersteller von Knie- und Hüftimplantaten. Dieser liefert 90 Prozent der dort verwendeten Knie- und Hüftimplantate, obwohl sie zu den teuersten zählen. „Der Umfang der Beratungstätigkeit war dem Rechtsträger nicht bekannt, dem Einkauf war sie gar bekannt“, musste der Rechnungshof feststellen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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