Laut Ramprecht soll Plech ihm mit Blick auf den Buwog-Deal zehn Millionen Schilling (rund 700.000 Euro) geboten haben, "wenn du da mitspielst". "Plech hat gesagt: 'Vermittlungsprovisionen sind bei so einem Deal normal.' Das sei geschäftsüblich", wird Ramprecht zitiert, der diese Aussage auch bei der Staatsanwaltschaft Wien deponiert hat. Plechs Medienanwalt Michael Rami dementiert den Vorwurf und kündigt eine Klage an: Ramprecht werde "demnächst Gelegenheit geboten werden, die Wahrheit seiner Behauptungen vor Gericht zu beweisen".
Verkauf seit Jahren umstritten
Der 2004 erfolgte Verkauf der 58.000 Bundeswohnungen ist seit Jahren umstritten. Der Rechnungshof kritisierte bereits 2007, dass der Bund beim Verkauf seiner fünf Wohnbaugesellschaften nicht alle Erlössteigerungspotenziale genutzt und auf zumindest 200 Millionen Euro verzichtet habe. Im September wurde bekannt, dass der damalige Käufer Immofinanz den Grasser-Freunden Walter Meischberger und Peter Hochegger 9,6 Millionen Euro Vermittlungsprovision bezahlt hatte.
Dass Geld an ihn weitergeflossen sein könnte, hat Grasser ebenso dementiert (siehe krone.tv-Interview in der Infobox), wie dass er Einfluss auf das Bieterverfahren genommen haben könnte. Zuletzt wurde allerdings bekannt, dass der Minister, sein Staatssekretär Alfred Finz (ÖVP) und mehrere Spitzenbeamte des Ressorts nach der vorletzten Bieterrunde über den Finanzrahmen des unterlegenen Bieters CA-Immo informiert wurden. Das siegreiche Gebot der Immofinanz in der entscheidenden letzten Runde lag schließlich um gut eine Million Euro über diesem Haftungsrahmen.
RH-Moser: "Verkauf nicht nachvollziehbar"
Im "profil" erneuerte Rechnungshof-Präsident Josef Moser die Kritik am Buwog-Verkauf: Dieser sei "für uns nicht nachvollziehbar". Kritik übte Moser einmal mehr an den Spekulationsgeschäften von Gemeinden und Bundesfinanzierungsagentur: "Wenn ich schon solche Geschäfte mache, sollte ich zumindest über das notwendige Know-How verfügen."
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht damit "die angebliche ÖVP-Wirtschaftskompetenz durch das Prüforgan des Nationalrats (Rechnungshof, Anm.) demontiert". Er nimmt auch den damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) in die Pflicht. "Die SPÖ wird in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt auf das moralisch-ethische Versagen im Schüssel-Grasser-System und auf wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen unter ÖVP-Verantwortung hinweisen", so Kräuter in einer Aussendung.









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