03.03.2018 06:30 |

Strengere Kontrollen

Sogar am Landeplatz der SALK wurde „getschickt“

Frisch operiert geht es vom OP-Tisch direkt ins Freie, um die Sucht nach dem blauen Dunst zu stillen. Und das nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte. In den Raucherzonen treffen sie wieder aufeinander. Die ausgewiesenen Plätze werden zwar strenger kontrolliert, ganz verhindert werden kann das „Tschicken“ aber nicht, wie ein Lokalaugenschein der „Krone“ zeigt.

Die „Krone“ zeigte den Widerspruch in sich bereits auf: Auf einem Schild steht „Raucherzone – nur hier darf geraucht werden.“ Der Zusatz darunter: „SALK – Gemeinsam Rauchfrei“. Selbst Ärzte-Vertreter zählen zu jenen knapp 22.000 Salzburgern, die sich zu den Fürsprechern des Rauchervolksbegehrens zählen.

Wie sich am Freitag vor Ort zeigte, wird nach wie vor geraucht, was die Lunge aushält. Die Meinungen dazu sind konträr: Die einen befürworten das „Tschicken“ in gekennzeichneten Bereichen – „das ist doch jedem selbst überlassen. Ohne Zonen würden die Stummeln überall im Gelände verteilt liegen.“ Patient Norbert offenbarte sogar den Wunsch nach  einer besseren Überdachung. Und Gottfried lenkt ein: „Ohne solche Inseln ginge es nicht, da machen ja alle einen schrecklichen Entzug durch.“ Andere hingegen kritisieren den Arzt als Vorbild, der sich mit dem giftigen Glimmstängel zu den rauchenden Patienten gesellt.  „Unpassend, eine Trennung zwischen Personal und Kranken gehört her“, war beim Rundgang durch die SALK zu hören.

Dienstanweisung an alle Angestellten verschickt

Dass das Rauchverbot so streng durchgesetzt wird, hätten sich die Mitarbeiter wohl nie gedacht. Sie wurden laut „Krone“-Information bereits vor  knapp einem Monat  in einer schriftlichen Dienstanweisung aufgefordert, ausschließlich in den  „Inseln“ und keinesfalls im Bereich des Hubschrauber-Landeplatzes – dort wurden immer wieder unbefugte Personen angetroffen – zu rauchen.  Und nachdrücklich  wurde gewarnt, dass all jene, die sich nicht an den Vorschriften halten, mit dienstrechtlichen Maßnahmen zu rechnen haben. Kurzerhand wurden  daher die zwei Mistkübeln und der Aschenbecher am bei den Angestellten offenbar äußerst beliebten Raucherplatz im Bereich der  Rettungszufahrt entsorgt.  Auch hier ist die Stimmung geteilt, zwischen Diskriminierung und  Verständnis. „Entmündigt sind wir noch nicht“, zischte eine Mitarbeiterin beim Verlassen der Raucherinsel.

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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