Durch soziale Medien

Experten warnen vor gefährlichen Mager-Trends

Schlank sein ist das Schönheitsideal schlechthin. Es gibt unzählige Diäten, Tipps und Trends, um möglichst rasch viel Gewicht zu verlieren. Immer wieder tun sich aber auch gefährliche Ideale auf. Vor allem in den sozialen Medien häufen sich Bilder, bei welchen vorrangig Frauen ihre herausstehenden Hüftknochen, sichtbaren Wirbelsäulen sowie spitzen Schlüsselbeine zeigen. Ein gefährlicher Trend!

 „Das gesellschaftlich vorgegebene und medial untermauerte Schlankheitsideal spielt bei der Entstehung von Essstörungen eine große Rolle“, erzählt Prim. Dr. Christine Tretter, Ärztliche Leiterin „sowhat – Kompetenzzentrum für Essstörungen“ und ergänzt: “Schlanksein ist an positive Attribute wie Attraktivität, Anerkennung und Glück gekoppelt. Gerade junge Mädchen und Frauen, die sich in einer Entwicklungs- und körperlichen sowie emotionalen Übergangsphase befinden, sind für diese Botschaften sehr empfänglich. Identitätsprobleme verschärfen die Problematik zusätzlich.“

Kinder bereits im Volksschulalter betroffen
Von Essstörungen sind jedoch nicht nur Jugendliche betroffen. “Wir beobachten die ersten Anzeichen im Volksschulalter und behandeln Kinder ab dem zehnten Lebensjahr“, stellt die Expertin fest. Vor allem das Umfeld trägt dabei wesentlich zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Magersucht und anderen Krankheiten bei. 

“Medien haben einen großen Einfluss“
„Auch Medien haben einen großen Einfluss auf junge Menschen bezüglich eines positiven oder negativen Körperbilds“, so Univ.-Prof. Dr. Andreas Karwautz von der Ambulanz für Essstörungen im AKH Wien. Prim. Dr. Tretter bestätigt: „Die Bildersprache und Videos werden als Informationsmaterialen in den Medien immer wichtiger Bekannt wurden TV-Showsdie für viele junge Mädchen als starker Anreiz dienen können, stark abzunehmen um wie ein Model auszusehen. Diverse Studien können den starken Einfluss solcher Sendungen auf problematisches Körperbild belegen.“ 

Vor allem soziale Medien stehen hier im Fokus, erreichen scheinbare Gesundheitsformeln wie die zur Berechnung des „Cinderella-Gewichts“, welches deutlich unter dem BMI liegt, Rekord-Klick-Zahlen. 

Prävention ist essentiell
Prävention in der Schule, innerhalb der Familie oder in Vereinen sei dementsprechend wichtig, so Univ.-Prof. Dr. Karwautz. Die „Betonung von gesundem Körperbild und gesundem Selbstwert“ sei der erste notwendige Schritt. Prim. Dr. Tretter: „Wichtig ist, den Kindern von Anfang an ein ausgewogenes Essverhalten vorzuleben und die Entwicklung eines stabilen Selbstwerts zu fördern sowie sich bei ersten Anzeichen einer Essstörung an eine Beratungsstelle zu wenden. Denn je früher eine Essstörung erkannt wird, umso besser kann sie behandelt werden.“

März 2018

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Julia Ichner
Julia Ichner
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