02.03.2018 06:30 |

In der Steiermark

Hälfte der Bahnübergänge ohne Ampel und Schranken

Was für eine schlimme Serie! 20. Februar: Ein Pkw kollidiert bei Ratschendorf mit einem Zug, zum Glück verletzt sich niemand. 23. Februar: Bei Öblarn kracht eine Lok in ein Auto, es gibt einen Verletzten. 28. Februar: In Weißkirchen erfasst ein Güterzug einen Pkw, der Lenker stirbt. Dabei werden Eisenbahnkreuzungen insgesamt immer sicherer.

Die Serie der vergangenen Tage ist außergewöhnlich, doch Unfälle auf Bahnübergängen sind leider keine Seltenheit. Sehr tragisch war etwa ein Vorfall 2014, als in Hollenegg ein Zug ein Auto rammte, alle vier Insassen des Wagens starben.

Besonders gefährlich sind nicht technisch gesicherte Bahnübergänge, also jene ohne Lichtzeichenanlage und Schranken. Von den aktuell 386 öffentlichen Bahnübergängen im steirischen ÖBB-Netz sind das knapp die Hälfte (184). Ihre Zahl sinkt aber kontinuierlich – auch weil der Schwerpunkt in Österreich auf der Auflassung von Eisenbahnkreuzungen liegt.

Das ist günstiger als ein technisches Aufrüsten, wo die Kosten pro Übergang bei 300.000 Euro beginnen, wie Gernot Winter erklärt. Er ist Infrastruktur-Leiter bei den GKB, in deren Netz es noch 123 Bahnkreuzungen gibt. Diese Kosten teilen sich normalerweise die Bahn und die Standortgemeinde – das ist allerdings nicht immer konfliktfrei, einige Fälle landeten sogar vor Gericht.

Es ist also ein relativ mühsamer und noch langer Weg, doch die Richtung stimmt: Die Tendenz bei den Unfallzahlen ist sinkend. Damit das so bleibt, muss aber auch das Verhalten der häufig undisziplinierten Autofahrer stimmen. Zur Sicherheit tragen seit Kurzem Rotlichtblitzer bei, die „Sünder“ erfassen. Derzeit gibt’s Blitzer in Flöcking und Fürstenfeld, zwölf weitere sind für heuer in der Steiermark geplant.

Wichtige Fakten
Österreichweit gibt es im ÖBB-Netz 3231 Eisenbahnkreuzungen (vor zehn Jahren waren es fast doppelt so viele). An der Spitze liegt Nieder- vor Oberösterreich, an dritter Stelle folgt die Steiermark mit 438 Übergängen (davon 386 öffentliche sowie 52 nicht-öffentliche). Ein Jahr zuvor waren es 442.

Die ÖBB Infrastruktur AG investiert pro Jahr 25 Millionen Euro in die Sicherung von Eisenbahnkreuzungen. Zudem gibt es viele Sicherheitskampagnen, seit September etwa an den Schulen.

Jakob Traby
Jakob Traby

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